Als zu schwer für einen normalen Krankentransport hat sich ein rund 300 Kilogramm schwerer Ungar in dem Dorf Dunavarsány südlich von Budapest erwiesen. Das Team der schnellen medizinischen Hilfe wandte sich deshalb am Dienstag (19.10.) an die Feuerwehr, die das Problem mit einem Kran löste. Nachdem die Spezialisten von der Feuerwehr den Patienten aus dem ersten Stockwerk gehoben hatten, übernahm ihn die schnelle Hilfe und brachte ihn ins Krankenhaus, wie die Unabhängige Nachrichtenagentur von der Direktion des Katastrophenschutzes erfuhr.
Katastrophen-Firma: Deutscher Generaldirektor geht
Die größte Umweltkatastrophe Ungarns hat jetzt die Entlassung des deutschen Generaldirektors zur Folge. Mit Wirkung vom 15. Oktober endete im gegenseitigen Einvernehmen der Auftrag des Generaldirektors der Firma, Martin Rümmelein, teilte die Leitung der Aluminium AG am Dienstag auf der Homepage des Unternehmens mit. Als Grund wird in dem Kommunique angeführt, dass in der entstandenen Situation die Kenntnis der ungarischen Sprache annähernd auf Muttersprachenniveau notwendig sei. Zugleich heißt es, dass die Direktion angesichts der Kenntnisse und Erfahrungen auf die Mitarbeit des bisherigen Generaldirektors rechne, so als Geschäftsführer der MAL Deutschland Aluminium GmbH.
Durch einen Dammbruch hatte sich am 4. Oktober an der Tonerdefabrik der Aluminium AG von Ajka (Komitat Veszprém) eine für Ungarn beispiellose Umweltkatastrophe ereignet. Etwa eine Million Kubikmeter giftiger und ätzender Rotschlamm hatten eine Fläche von etwa 40 Quadratkilometer überflutet und dabei schwere Schäden an der Umwelt verursacht. Neun Menschen waren getötet und mehr als 150 verletzt worden. In den nahe gelegenen Kommunen Devecser und Kolontár wurden zahlreiche Häuser unbewohnbar.
Abriss ganzer Straßen in Devecser und Kolontár
Nach der Umweltkatastrophe in Ungarn müssen in der schwer von den roten Schlammmassen in Mitleidenschaft gezogenen Stadt ganze Straßen abgerissen werden. Voraussichtlich seien mehr als hundert Häuser betroffen, berichtet das ungarische Fernsehen. Für mindestens 220 Familien müsse die Wohnungsfrage geklärt werden. Inzwischen wurde bereits der Platz für ein neues Wohnviertel gefunden, die Abstimmungen mit den drei Eigentümern des Geländes laufen.
Im benachbarten Dorf Kolontár, das insgesamt in einer noch schlimmeren Situation ist, mussten bereits zahlreiche Häuser abgerissen werden, da sie im Falle einer neuen Schlammflut eine Gefahr bedeutet hätten. Hinzu kommen weitere Abrisse von Gebäuden, die durch die Katastrophe nicht mehr bewohnbar sind.
Umweltkatastrophe: Notstand wahrscheinlich bis Jahresende
Nach der Umweltkatastrophe in Ungarn könnte der am 6. Oktober verkündete Notstand für die Komitate Veszprem, Győr-Moson-Sopron und Vas bis zum Jahresende aufrecht erhalten werden. Inzwischen stimmte das Parlament einem Vorgehen zu, bei dem in Abweichung von den Regeln des Hauses im beschleunigten Verfahren über einen Vorschlag der Regierung zur Verlängerung des Notstandes verhandelt werden könnte. Mit einer Billigung des Antrags würden die Abgeordneten die Regierung zur Verlängerung des Notstandes ermächtigen. Dem Gesetz nach kann die Regierung selbst nur für 14 Tage den Notstand ausrufen. Für einen längeren Zeitraum ist die Zustimmung des Parlaments erforderlich.
Durch einen Dammbruch an einem Becken der Tonerdefabrik der Aluminium AG in Ajka (Komitat Veszprém) vor genau zwei Wochen (4.10.) hatte sich die bislang größte Umweltkatastrophe in Ungarn ereignet. Rund eine Million Kubikmeter giftiger, ätzender Rotschlamm hatten sich in die Region ergossen und schwere Schäden angerichtet. Neun Menschen bezahlten das Unglück mit ihrem Leben.
