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Nach Katastrophe: Alu-Werk produziert wieder

Die Aluminium AG in Ajka (Komitat Veszrpém) hat knapp zwei Wochen nach der hier ausgelösten größten Umweltkatastrophe in Ungarn die Produktion wieder aufgenommen. Das teilte der Sprecher des Regierungsbeauftragten mit, der die staatliche Kontrolle über das Unternehmen ausübt. Bis Dienstag nächster Woche soll die volle Kapazität wieder erreicht werden. Die bei der Produktion entstehenden roten Schlämme werden in einem neuen, bisher nicht genutzten, aber staatlich genehmigten Speicher gelagert.

Die Produktion war am 5. Oktober eingestellt worden, nachdem sich rund eine Million Tonnen roter Schlamm wegen eines Dammbruchs in die Region ergossen und hatte.Die Aluminium AG ist Ungarns zweitgrößtes Unternehmen der Aluminium-Industrie, wobei Ajka der einzige Standort für Tonerdeproduktion ist. In Europa nimmt das Unternehmen den 4. Rang unter den Alu-Produzenten ein, weltweit steht es an 12. Stelle. Rund 4000 Menschen in der Region sind als Arbeitnehmer, Auftragnehmer oder Zulieferer für die Aluminium AG tätig, die für Ungarn einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt.

Vergiftetes Fleisch aus Deutschland in Ungarn aufgetaucht

Fast fünf Tonnen Gefierfleisch mit Penizillin sind in Ungarn beschlagnahmt worden, berichtet der private Nachrichtensender hírTV. Derzeit laufen noch die Untersuchungen, sicher sei aber, dass die gesamte Ware vernichtet wird. Die acht Paletten Fleisch waren von einer ungarischen Firma aus Deutschland in das Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg gebracht worden, wo Fachleute Proben nahmen und den Penizillingehalt feststellten. Das teilte Agrar-Staatssekretär Endre Kardeván am Donnerstag (14.10.) auf einer Pressekonferenz mit. Ob das verseuchte Fleisch in Ungarn oder Deutschland entsorgt wird, ist noch nicht entschieden.

Audi hilft Opfern der Schlammkatastrophe in Ungarn

Mit einer Spende von einer halben Million Euro beteiligt sich der Autohersteller Audi an Hilfsmaßnahmen für die Bekämpfung der Schlammkatastrophe in Ungarn, teilte das Unternehmen mit. Die Audi Hungaria Motor Kft. Ist mit 5785 Mitarbeitern am Standort Győr der größte Arbeitgeber der Region, selbst jedoch nicht von den Folgen der katastrophalen Schlammflut im Nachbarkomitat Veszprém betroffen.

„Die Auswirkungen der Umweltkatastrophe bedrohen die dort lebenden Menschen in ihrer Existenz“, sagte Rupert Stadler, Vorsitzender des Vorstands der Audi AG. „Wir bei Audi fühlen uns der Region eng verbunden. Es ist für uns selbstverständlich, den Betroffenen in dieser schwierigen Situation zur Seite zu stehen.“

Als Soforthilfe stellt das Unternehmen 100 000 Euro dem staatlichen Fonds zur Unterstützung der Katastrophenopfer zur Verfügung, weitere 400 000 Euro werden am Unglücksort Kolontár für den Neubau von Wohnungen eingesetzt. Der kleine Ort war von der Flut ätzenden Schlamms nach dem Dammbruch am Speicherbecken des Aluminiumwerkes in Ajka am schwersten betroffen. Insgesamt ergossen sich mehr als eine Million Kubikmeter Schlamm in die Region.

Chef des Katastrophenunternehmens in Ungarn wieder frei

Der nach der Schlammkatastrophe in Ungarn zunächst festgenommene Generaldirektor der Aluminium AG, Zoltán Bakonyi, kann die Untersuchung des Unglücks auf freiem Fuß abwarten. Das Stadtgericht von Veszprém hat ihn am Mittwoch nach einem Hafttermin wieder entlassen. Der Staatsanwalt protestierte dagegen, der Beschluss wiederum ist noch nicht rechtskräftig. Bakonyi war am Montag unter dem Verdacht öffentlicher Gefährdung mit mehrfacher Todesfolge und Umweltschädigung festgenommen worden. An der Festnahme hatte sich sofort eine heftige Diskussion entzündet, bei der Juristen auf eine mögliche Vorverurteilung verwiesen, da noch keinerlei belastbare Ermittlungsergebnisse vorliegen.