Neuentdeckung des jüdischen Erbes in der Donauregion

Als Zusammenarbeit von acht Ländern startete kürzlich ein dreijähriges Programm zur Neuentdeckung des verborgenen jüdischen Erbes in der Donauregion – berichtet Projektmanagerin Anna Szentgyörgyi der Nachrichtenagentur MTI.



Das Vorhaben mit dem Namen Rediscover wird mit einer Gesamtsumme von 1,8 Millionen Euro (565 Millionen Forint) realisiert und verfolgt das Ziel, mit Hilfe von lokalen jüdischen Organisationen das kulturelle Erbe der teilnehmenden Städte und Gemeinden aufzuspüren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Finanziert wird das Programm zum Großteil vom European Regional Development Fund (ERDF), der einer der drei großen Fonds für die regionale Entwicklung der Europäischen Union ist. Er stellt finanzielle Mittel zur Verfügung, um unter anderem die regionale und lokale Entwicklung zu stärken und Kooperationen zwischen europäischen Städten und Regionen zu fördern.

Neben Szeged in Ungarn wird der Fokus bei diesem Projekt auf den Orten Banja Luka (BIH), Galati (RO), Temeswar (RO), Kotor (MNE), Olsnitz (SLO), Regensburg und Subotica (SRB) liegen.

Neben der Erfassung des baulichen Erbes, wie Synagogen, Friedhöfe, Gedenkstätten, Geschäfts- und Wohnimmobilien verfolgt das Projekt auch das Ziel, den geistigen Nachlass dieser Kultur bestmöglich zu erfassen und vorzustellen. Die prominentesten Vertreter der jüdischen Kultur in den Zielgemeinden sollen interviewt werden, um Erinnerungen und Anekdoten über ihre Kultur wieder aufleben zu lassen bzw. mit der Öffentlichkeit zu teilen. Einen weiteren wichtigen Teil des Programmes bildet die Erstellung einer Datenbank (Repositorium), worin die Geschichten und Erinnerungen zu den einzelnen Gebäuden festgehalten und mit den bereits vorhandenen Informationen verknüpft werden.



Die teilnehmenden Experten aus den Bereichen Kultur und Tourismus werden darüberhinaus an einer touristischen Plattform arbeiten, die die jüdische Kultur und ihre heute noch verborgenen Schätze für alle Menschen leicht und unkompliziert erreichbar macht. Dabei rechnet man sowohl mit Menschen, die mehr über ihre eigene jüdische Familiengeschichte bzw. ihre Wurzeln erfahren wollen, als auch mit Kulturbegeisterten, die sich für die Traditionen des Judentums interessieren.

Anna Szentgyörgyi fügte hinzu, dass als ein Ergebnis des bis Mai 2021 andauernden Projekts auch ein Handbuch erscheinen wird, das von den teilnehmenden Städten und Gemeinden zur Vorstellung ihrer vielseitigen jüdischen Kultur genutzt werden kann.

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