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Balaton-Radweg: Erhöhte Unfallgefahr

Langsam beginnt die Fahrradsaison, aber die Radwege – falls vorhanden – gleichen an manchen Stellen den übrigen ungarischen Straßen.

Auch der Balatonrundweg macht da keine Ausnahme. Viele Abschnitte befinden sich in einem jämmerlichen Zustand, der Verfall ist von Jahr zu Jahr nicht zu übersehen. Insgesamt 220 Kilometer lang ist der Rundweg, die einzelnen Teilstrecken unterliegen der Obhut der jeweiligen Gemeinden bzw. Städte, die natürlich auch für Instandsetzungen oder sogar Ausbau zuständig sein sollen. Und ausgebaut sind beileibe nicht alle Fahrradwege, an nicht wenigen Stellen führt der „Balatoni Körút“ über öffentliche Straßen. Und wenn man Pech hat, verleiten fehlende Richtungsschilder zu Umwegen oder eine Straße führt schlichtweg ins Nichts. Laut ist nun der Ruf nach öffentlichen Mitteln, die natürlich fehlen.

Ein besonders krasses Negativbeispiel bietet sich dem Verfasser in Balatonboglár. An einer öffentlichen Straße, mit abgesunkenen Kanaldeckeln und fünf Zentimeter tiefen Schlaglöchern übersät, weist ein Verkehrsschild auf das Verbot des Fahrradfahrens hin. Wohl logisch, wenn wie dort neben der Straße ein ausgebauter Radweg besteht. Bedauerlicherweise befindet sich dieser aber in einem noch übleren Zustand als die Straße und ist nur unter erheblicher Unfallgefahr benutzbar. Man darf bereits jetzt auf die erste Schadenersatzklage gegen die Stadt gespannt sein.

Anzumerken wäre noch, daß der Fahrradtourismus am Balaton Jahr für Jahr einen Zuwachs verzeichnet. Vielleicht sollte man dem irgendwann Rechnung tragen, und zwar nicht nur mit einer erhöhten Anzahl von Fahrradverleihfirmen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

-gd-