PayPal muss Casino Spieler Geld zurückzahlen

Der Erfolg von Online Casinos und Online Sportwetten Anbietern hängt zum Großteil von den bereitgestellten Zahlungsmethoden ab. Bisher spielte es eine Rolle, ob ein Casino über eine deutsche Lizenz verfügte, damit die Zahlungsmethoden als ebenfalls legal und damit legal durchführbar galten.

Mann sitzt am Laptop

Der Präzendenzfall um PayPal und die Sportwetten Anbieter bet-at-home und 888poker sorgte für einen Rückzug von PayPal aus der Welt der Online Casinos.

Was ist in der Zukunft bis zum in Kraft treten des neuen Glücksspielstaatsvertrags zu erwarten? Welche Zahlungsdienstleiter werden sich bis zum Sommer 2021 ebenfalls von Online Casinos und Sportwetten Anbietern zurückziehen? Welche Dienstleister werden stattdessen attraktive Zahlungsanbieter werden?

PayPal Klage: Wer muss bezahlen?

Laut Gesetzgeber stehen Online Zahlungsdienstleister in Rechenschaft nachzuvollziehen und zu beurteilen, wohin eine Zahlung vorgenommen wird. Dem Landesgericht Ulm zu Folge liegt es bei den Zahlungsdienstleistern die Zahlung vor der Durchführung zu prüfen. Das hat PayPal im Fall eines Klägers in Ulm nicht getan. Sollte das Urteil von höheren Gerichtsinstanzen bestätigt werden, droht PayPal und anderen Zahlungsabwicklern Rückforderungen in Millionenhöhen. Obwohl PayPal direct nach dem Urteil reagierte und sich aus allen Online Casinos zurückzog, drohen erfolgte Einzahlungen von Spielern ebenfalls eingeklagt zu werden. Ein Spieler hat bereits Recht zugesprochen bekommen.

Er erhält 9600 Euro, die er in Online Casinos eingesetzt hat plus Zinsen zurückerstattet. Fraglich ist, ob nicht nur PayPal, sondern auch andere Zahlungsabwickler mit Klagen von Spielern oder Wettkunden rechnen müssen. Bis zum neuen Glücksspielvertrag ab 01. Juli 2021 handelt es sich für die Zahlungsabwickler um einen Drahtseilakt, der im Zweifel einer Klage mit großer Wahrscheinlichkeit gegen den Zahlungsabwickler ausfällt. Sobald die Neufassung gilt, wird es vor allem den Zahlungsabwicklern einfacher gemacht, ob es sich um eine legale Zahlung an ein in Deuthschland legales Casino oder legalen Sportwetten Anbieter handelt.

Besonders spannend ist, dass bereits vor dem Ulmer Urteil bereits ein Casino Kläger versuchte seine Einsätze per Gericht zurückerstattet zu bekommen. Beim ersten Versuch ging der Kläger leer aus. Beim zweiten Versuch entschied Ulm zu Lasten des Zahlungsabwicklers PayPal.

Der Fall des LG Ulm

Das Landgericht Ulm hat in einem Fall gegen den Zahlungsdienstleister PayPal entschieden. Der Kläger wurde von der Anwaltskanzlei Lenné vertreten. Grund der Klage war der Wetteinsatz von insgesamt 10.000 Euro. Diese wurden vom Kläger ausschließlich bei Sportwetten der Online Bookies 888poker und bet-at-home eingesetzt. Alle Einzahlungen wurden über PayPal vorgenommen. Gewinne konnte der Kläger nicht erzielen.

Gemäß dem geltenden Glücksspielgesetzt in Deutschland liegt ein Mitwirkungsverbot durch den § 4 Abs. 1 S. 2 GlüStV vor. Da es sich bei den beiden Online Bookies um Sportwetten Anbieter ohne Lizenzen in Deutschland handelt, hat sich PayPal mit der Durchführung der Zahlung nicht gesetzesgerecht verhalten. Damit zeigt sich ein Ziel des geltenden und im Sommer 2021 überarbeiteten Glücksspielstaatsvertrags in Deutschland:

Zahlungsdienstleister, die in Deutschland Zahlungen von Spielern oder Wettkunden an nicht in Deutschland legalisierte Online Casinos oder Sportwetten Anbieter vornehmen, können verpflichtet werden das eingezahlte Geld an den Kunden wieder zurückzuzahlen. Noch hat PayPal keine Berufung eingelegt, doch damit ist bei dem mittlerweile vorhandenen Medieninteresse zu rechnen.

Zahlungsmethoden in Online Casinos

Aktuell gibt es seit dem Jahr 2019 keine PayPal Casinos mehr in Deutschland. Ein Grund dafür ist, dass Zahlungen von und zu in Deutschland nicht legalen Online Casinos ebenfalls nicht legal sind. Auch das Unternehmen hinter PayPal bleibt nicht stehen und man kann davon ausgehen, dass bis zum in Kraft treten des legalen Online Glücksspiels ab 1. Juli 2021 die AGBs geändert werden. Anzunehmen ist, dass die Änderungen von AGB und der Nutzungsrichtlinien zum Wohle der deutschen Kunden erfolgen werden.

Sichere Zahlungsmethoden außer PayPal im Überblick:

  • Trustly
  • Klarna
  • Apple Pay
  • Google Pay
  • Sofort Überweisung
  • Kreditkartenzahlung

So lange sich PayPal aus dem Online Casino Markt zurückzieht, lohnt es sich aktuelle PayPal Casino Alternativen kennenzulernen und zu nutzen. Bei dem in Frage kommenden Zahlungsabwickler sollte auf eine stets sichere SSL-Verschlüsselung von mindestens 128 Bit geachtet werden. Außerdem sollten weder vom Casino noch vom Zahlungsabwickler selbst Gebühren für die Ein- oder Auszahlung über die Zahlungsmethode verwendet werden.

Es bleibt bis zum März 2020 abzuwarten, ob es in der neuen und damit vierten Version des Glücksspielstaatsvertrags Regulierungen für Zahlungsabwickler geben wird. Dann nämlich treffen sich die zuständigen Minister der Bundesländer, um den finalen Entwurf des Glücksspielstaatsvertrags zu besprechen und zu verabschieden.