Hausarzt: Andrang wie im Sommer

Mindestens sechzig Personen suchen in der Coronavirus-Krise täglich hauptsächlich per Telefon oder Internet die Hausarztpraxis von Dr. Miklós Bardóczi auf, schreibt das Internetportal hirbalaton.hu. Der Facharzt für Innere Medizin ist für die Gemeinden Alsóörs, Felsőörs und Lovas als Allgemeinmediziner tätig, insgesamt sind bei ihm 2500 Personen registriert.



Der derzeitige Andrang ähnelt dem in der Sommersaison, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass sich viele Familien aus den größeren Städten vor der Coronavirus-Epidemie in ihre Sommer- und Ferienhäuser zurückgezogen haben. Viele Menschen gingen in freiwillige häusliche Quarantäne, einige stehen aber auch unter behördlicher, vorbeugender Quarantäne.

Die meisten Patienten brauchen Rezepte für ihre üblichen Medikamente, wie Antihypertensiva und Herzmittel bei älteren Menschen, Medikamente bei Beschwerden des Bewegungsapparates, der oberen Atemwege und des Rachenraumes auch bei jüngeren Menschen. Bei letzteren besteht automatisch der Verdacht einer Virusinfektion und gemäß Protokoll hat der Hausarzt das an den Staatlichen Amtsarztdienst ÁNTSZ, sowie an den Rettungsdienst zu melden. Der Rettungsdienst nimmt Kontakt mit den Betroffenen auf und schickt Sanitäter zu den gemeldeten Personen nach Hause, um den Coronavirus-Test durchzuführen. Bisher waren hier alle Tests negativ.

Den Erfahrungen des Hausarztes zufolge sind die Menschen in seinem Einzugsgebiet diszipliniert und kommen nicht unnötig in die Praxis. In den Ortschaften kann man nur hin und wieder Fußgänger sehen. Viele nutzen die Zeit für Gartenarbeiten, sind dabei an der frischen Luft, ohne die Kontaktsperre zu umgehen.

Die Versorgung mit den Medikamenten geschieht als E-Rezept, das von der Apotheke abgerufen werden kann. Dies minimiert Begegnungen zwischen Arzt und Patient. Wenn dies jedoch unvermeidbar ist, werden Termine vergeben, so dass sich immer nur eine Person im Wartezimmer befindet. Nach der Behandlung wird alles desinfiziert. Dr. Miklós Bardóczi arbeitet grundsätzlich mit Atemmaske, die er auch sonst jedem empfiehlt, unabhängig davon, ob er krank ist oder nicht. „In der gegenwärtigen Situation der Epidemie kann man von niemand wissen, ob er schon Virusträger ist oder nicht.“