Mariskensänger ist zurück am Kis-Balaton

Der Mariskensänger (Acrocephalus melanopogon) ist von seinen südeuropäischen Überwinterungsgebieten an den Kis-Balaton zurückgekehrt, verkündet das Internetportal hirbalaton.hu Anfang April unter Berufung auf eine Mitteilung des Nationalparks Balatoner Oberland. Den Mitarbeitern des BfNP gelang sogar eine äußerst seltene Videoaufnahme eines Exemplars dieser besonderen Rohrsänger. Der Singvogel war im Ausland beringt worden, wie der längliche Metallring am rechten Bein zeigt.



Der Mariskensänger bewohnt Röhricht und Sümpfe, er nistet im Rohr oder in niederen Büschen über flachem Wasser. Die in Mitteleuropa brütenden Mariskensänger verbringen den Winter in Griechenland und gehören aufgrund ihres kurzen Zugverhaltens zu den ersten im Frühjahr zurückkehrenden Rohrsängern. Die männlichen Vögel lassen mitunter bereits ab Mitte März ihre charakteristischen Lieder erklingen, mit denen sie eine Partnerin anlocken wollen. Zu sehen sind die scheuen Vögel jedoch sehr selten.

Der Mariskensänger fliegt tief im Schilf und wechselt häufig seinen Standort, manchmal sogar beim Singen. Das Nest wird allein vom weiblichen Tier aus Schilfblättern und Schilfknospen gebaut. Es ist meist im April schon fertig. Das Gelege besteht normalerweise aus vier Eiern, das Vogelpaar brütet immer abwechselnd. Die wichtigsten Brutplätze der heimischen Mariskensänger sind der Neusiedler See und der See Kolon-tó. Den Neusiedler See teilen sich Ungarn und Österreich. Der Kolon-tó ist eines der wichtigsten natürlichen Feuchtgebiete zwischen Donau und Theiß im Zentrum des Landes. Er liegt inmitten des Gebietes Turjánvidék.