Bahart in der Umstrukturierung

Die Balaton Schifffahrtsgesellschaft (Balatoni Hajózási Zrt. – Bahart Zrt.) war eine Zeitlang im Eigentum der über einen Hafen verfügenden Selbstverwaltungen am Balaton. Im letzten Jahr musste sie Anteile an den Staat abtreten. Die mehrheitlich staatseigene geschlossene Aktiengesellschaft will nun die Rechte zum Betrieb der Yachthäfen am Balaton verkaufen, Häfen schließen, Hotels, Campingplätze und Schiffe verkaufen, Schiffslinien schließen und Entlassungen von Angestellten des einst so stolzen Unternehmens vornehmen, berichtet das Internetportal nepszava.hu auf der Grundlage der ihm zugespielten Dokumente für einen Umstrukturierungsplan des Unternehmens.



Demzufolge haben sich die Aktionäre der Bahart Zrt. bis zum 6. Mai 2020 zum neuen Umstrukturierungsplan zu äußern. Aus dem vom Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Zoltán Szabadics, übersendeten Material geht hervor, dass die Schifffahrt auf dem Balaton vor großen Veränderungen steht. Zum Zwecke der „Profilbereinigung“ soll der Betrieb der Segelhäfen aufgegeben werden.

Die Idee ist nicht neu, schreibt das Internetportal hirbalaton.hu. Der Staat wurde Anfang letzten Jahres wieder einer der Eigentümer von Bahart, im August erwarb er mit einer Kapitalerhöhung von 6,6 Milliarden Forint die Mehrheit in der Gesellschaft, sodass die Selbstverwaltungen am Balaton nun nicht mehr mitbestimmen können. Schon bei der Kapitalerhöhung befürchteten die Kommunen, dass die besten Vermögenswerte der Bahart, wie beispielsweise die Yachthäfen und die wertvollen Ufergrundstücke über ihre Köpfe hinweg verkauft werden könnten.

Diese Sorge stellte sich auf der Grundlage des ab 2020 gültigen Umstrukturierungsplans als nicht unbegründet heraus, so nepszava.hu. Die Verfasser der genannten Dokumente weisen im Zusammenhang mit der vollständigen Umstrukturierung des Unternehmens darauf hin, dass die neue Eigentümerstruktur und die im Dokument mehrfach erwähnte Coronavirus-Epidemie eine umfassende Neubewertung von Aktivitäten, Betrieb und grundlegenden Zielen erfordern: das Profil der Bahart soll in Zukunft nur Passagier-, Industrie- und Fährschifffahrt, sowie den Betrieb öffentlicher Fahrgasthäfen ausmachen. Deshalb wird Bahart keine Hotels, Campingplätze und Yachthäfen mehr betreiben.

Bahart hat 11 Yachthäfen mit insgesamt 1800 Liegeplätzen. Den Dokumenten zufolge müssen jedoch „fast alle Häfen wegen fehlender Wartungsarbeiten renoviert und ausgebaut werden.“ Anstelle des Wiederaufbaus legt Bahart eine öffentliche Ausschreibung für den Betrieb der Yachthäfen auf. Nach Abschluss der Verträge wird die Schifffahrtsgesellschaft eine GmbH gründen, in die sie die Yachthäfen apportiert und wird nur die für den Betrieb erforderlichen Vermögenswerte an die zukünftigen Pächter übergeben. Das heißt, das Gelände bleibt im Prinzip Eigentum des Unternehmens, aber die sich darauf befindlichen Serviceeinrichtungen, Restaurants und alles andere gehören den Pächtern.

Bahart erwartet bis 2023 einen Umsatz von 2,2 bis 2,8 Milliarden Forint aus dem Verkauf der Pachtrechte. Aus einem der Anhänge des Dokuments geht aber auch hervor, dass das Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatz von 967 Millionen Forint aus dem Segelsportsektor erwartet. Um die Fahrgastschifffahrt zu optimieren, sollen sechs Linien und vier Panoramafahrten eingestellt, drei modifiziert werden. Die vier Kassengebäude in Balatonkenese, Csopak, Balatonszemes, Szigliget werden geschlossen, fünf Schiffe aus dem Dienst genommen und drei davon verkauft.

Das Unternehmen will den Fährverkehr weiterentwickeln und die Industrieflotte für technische Aufgaben am Balaton beibehalten. Vier der 22 öffentlichen Häfen – Balatonkenese, Csopak, Balatonakali, Balatonudvari – würden geschlossen und deren Grundstücke verkauft. Dabei handelt es sich eindeutig um wertvolle Immobilien direkt am Wasser. Das gilt auch für das Hotel Móló im Hafen von Siófok, sowie für die großen Campingplätze Hattyú in Balatonszemes und Sellő in Balatonboglár, die ebenfalls verkauft werden sollen, weil sie „nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören.“

Die Umstrukturierung des Unternehmens würde natürlich auch Entlassungen mit sich bringen. Laut Plan will Bahart 65 Mitarbeiter entlassen, was eine jährliche Reduzierung der Personalkosten um 300 Millionen Forint bedeuten würde, schreibt nepszava.hu.