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Roma-Zentralrat kritisiert Rassismus in Ungarn

Einen Rassismus gegen Roma in Ungarn hat der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, angeprangert. Nach einem Besuch anlässlich einer ganzen Serie von Morden an Roma in Ungarn erklärte er, es sei beängstigend, wie weit der Rassismus gegen Roma in die ungarische Bevölkerung vorgedrungen sei und als alltäglich hingenommen werde.

Generell gebe es in Ungarn einen großen Widerstand gegen eine gleichberechtigte Teilnahme von Roma in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Dies sei während des Besuchs übereinstimmend von Roma-Organisationen wie von anderen bestätigt worden. Angesichts einer Arbeitslosigkeit von 85 Prozent in der Roma-Bevölkerung und der gleichzeitigen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Ungarn sei eine von Hass vergiftete Atmosphäre entstanden, in der die Roma-Minderheit jetzt als Sündenbock schlechthin gelte, auf den sich fast alle gesellschaftlichen Schichten und Kräfte einigen könnten.

Rose zeigte sich verwundert darüber, dass die von der Mordserie betroffenen Familien, die ihre Väter und Ehemänner verloren, deren Häuser niedergebrannt wurden und die in Armut lebten, bisher keine hinreichende Unterstützung von der ungarischen Regierung erhielten. Dabei seien Repräsentanten der Regierung bei der Beerdigung zweier Opfer – eines Vaters mit seinem fünfjährigen Sohn – in Tatárszentgyörgy (Komitat Pest) vertreten gewesen und müssten die Lage der Familie kennen. In den letzten Monaten waren sechs Angehörige der Roma-Minderheit einer Mordserie mit rassistischem Hintergrund in Ungarn zum Opfer gefallen.