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Ratgeber Garten – November 2009 – Frostgefahr erkennen und reagieren

Stauden, Vogelmiere, Feldsalat, Frostgefahr, Kübelpflanzen überwintern, Koniferen, Gärtnern nach dem Mond im November, Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Gartenarbeiten im November

Liebe Gartenfreunde, mit dem Image des Novembers steht es wirklich nicht zum Besten: Nebelig grau, verregnet und ungemütlich nass-kalt sind die Attribute, die den meisten Mitteleuropäern dazu einfallen. Doch wahre Hobbygärtner gewinnen auch dem November zauberhafte Seiten ab, die manch einem hinter dem hochgeschlagenen Kragen des Trenchcoats verborgen bleiben.

Staudenblüte verlängern

Viele Herbststauden wie Astern und Herbst-Chrysanthemen blühen bis in den November hinein. Daneben gibt es aber noch einige Sommerstauden, die sich zu einer späten Blüte verführen lassen. Der Trick: Schneiden Sie die verblühten Triebe erst im Spätsommer zurück und verzögern Sie damit die zweite Blüte. Dies funktioniert beispielsweise bei Rittersporn, Spornblumen, Steppen-Salbei und Feinstrahl.



Staudenbeete auf den Winter vorbereiten

Die meisten Stauden sind absolut winterhart und brauchen keinen besonderen Schutz. Empfindliche Arten wie die Steppenkerze, Holländische Iris, Japananemone, Gauklerblume, Bartfaden und Staudenbleiwurz könen Sie handhoch abschneiden und durch eine Laubschüttung schützen. Eine umgestülpte Kiste verhindert, dass die Blätter weggeweht werden. Bei Pampasgras und Fackellilien binden Sie die Blätter nach oben zusammen, um das „Herz“ der Pflanze vor Frost und Nässe zu schützen. Wintergrüne Steingartenpflanzen mit Fichtenreisig leicht abdecken, damit ihnen der Wechsel aus Sonne und Kälte nicht schadet.

Vogelmiere

Nach einem milden Herbst breitet sich die Vogelmiere gerne als satter grüner Teppich auf den Beeten aus. Die Pflanze sieht zwar nett aus, doch sie ist ein ausgesprochen robustes Wildkraut. Wenn sie einmal blüht und sich versamt, werden Sie alle Hände voll zu tun haben um sie wieder einzudämmen. Entfernen Sie jetzt die Vogelmiere, sie kann bei diesen milden Temperaturen durchaus noch einmal blühen. 
Die Vogelmiere hat aber auch nützliche Seiten. In der Volksheilkunde stellt man Salben aus ihr her, die als Mittel gegen juckende Ekzeme helfen soll. Tipp: Vogelmiere ist auch essbar in Salaten oder als Suppe. Auch Ihr Kanarienvogel freut sich über frisches Grün, der Name Vogelmiere kommt nicht von ungefähr.

Feldsalat

Feldsalat eignet sich perfekt als Nachkultur auf Beeten, die ab September leer stehen. Aber auch im Oktober kann noch Feldsalat angebaut werden, im Kleingewächshaus wächst er den ganzen Winter über. Wer spät beginnt mit dem Anbau des Feldsalates, für den eigenen sich vorgezogene Pflanzen im Torfpresstopf.

Wenn Sie es geschickt anstellen, bauen Sie Feldsalat nur einmal in Ihrem Garten an und lassen einzelne Pflanzen zur Samenreife kommen. Diese lassen Sie dann stehen bis sie von selbst ausgesamt haben. Von da an brauchen Sie nur noch zu ernten. Neue Züchtungen bringen übrigens größere Blätter und gut geformte Rosetten hervor, die sich einfacher ernten lassen. Daneben gibt es auch schon mehltauresistente Feldsalatsorten.

Frostgefahr erkennen

Gelände- und Standorteigenschaften haben einen großen Einfluss auf das Klima innerhalb eines Gebietes. Es gibt in jeder Landschaft Extremstandorte mit ersten Frühfrösten, Spätfrösten und extrem kalten Winternächten. Doch der Freizeitgärtner kann sich meist den Standort seines Gartens nicht aussuchen. Heute erfahren Sie, wie man frostgefährdete Lagen erkennen und die Pflanzen schützen kann.

Da kalte Luft aufgrund ihres höheren Gewichtes immer nach unten fließt, sammelt sie sich bei windstillen Wetterlagen in entsprechenden Geländevertiefungen. Bei leichtem Wind werden diese Temperaturunterschiede aber ausgeglichen.

In den heißen Sommermonaten sind solche Senken von Vorteil, Pflanzen verbrauchen hier weniger Energie. Somit können sie besser und schneller wachsen. Erst im Frühjahr und im Herbst werden die Nachteile dieser Lagen durch Früh- und Spätfröste spürbar. Hier entstehen die häufigsten Frostschäden an Bäumen, Sträuchern und Stauden.

Die frostgefährdeten Geländelagen sind im Herbst und im Winter an häufiger Nebelbildung zu erkennen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen kondensiert der Wasserdampf in diesen Senken zu Nebel. In der wärmeren Umgebung bleibt der Wasserdampf unsichtbar und so kann es zu vereinzelten und punktuellen Nebelinseln kommen.

Wo droht Frostgefahr?

In klaren Nächten sinkt die Bodentemperatur relativ schnell ab (Strahlungsfröste). Verursacht wird dies durch die ausstrahlende Bodenschicht, die sich dabei schnell abkühlt. Erfolgt die Wärmenachlieferung aus dem Boden rasch, wie bei feuchten Moorböden oder verdichteten Böden, geht die Abkühlung schneller vonstatten als bei gut gelockerten Gartenböden. Bewölkung und sogar Häuser, Mauern, Bäume und Sträucher reflektieren diese Strahlung und verringern die Abkühlung. Im freien Feld ist deshalb die Frostgefahr größer als innerhalb von Siedlungen.

Was tun bei Frost gefährdeten Lagen?

Auf frostgefährdeten Standorten sind einige Vorkehrungen sinnvoll. Warten Sie im Frühjahr besonders lange mit den ersten Saaten. Bauen Sie hauptsächlich frostharte Gemüse an. Pflanzen Sie wärme liebende Gemüse, wie Tomaten, Zucchini und Kürbis, erst Ende Mai oder Anfang Juni. Decken Sie frische Ansaaten ganztägig und frostgefährdete Kulturen in kühlen Nächten mit Vlies ab.

Kaltluft umlenken

Sie können durch eine gezielte Geländegestaltung auch die Kaltluft im Tal oder an unteren Hanglagen abschirmen. Quer zum Hang gepflanzte Hecken oder ein bepflanzter Wall sind eine wirkungsvolle Barriere für den abwärts fließenden Kaltluftstrom. Für die unterhalb liegenden Pflanzen wirkt sich dies frostmildernd aus. Oberhalb liegende Flächen liegen dann allerdings innerhalb des Kaltluftstaus und können dementsprechend geschädigt werden.

Jetzt nicht mehr düngen

Im Herbst und Winter dürfen Sie keinen Volldünger, Kompost oder Stallmist im Garten ausbringen. In der kalten Jahreszeit werden Nährstoffe von den Pflanzen nicht oder nur geringfügig aufgenommen. Die Nährstoffe, allen voran Stickstoff in Form von Nitrat, unterliegen der Auswaschung und stehen den Kulturpflanzen in den Wachstumsperioden im Frühjahr und im Sommer nicht mehr zur Verfügung. Sinnvoller ist es, Kompost oder Stallmist erst im Frühjahr oberflächlich einzuarbeiten.

Kübelpflanzen überwintern

Je kürzer der Aufenthalt im Winterquartier, umso besser für die Pflanzen. Zu frühes Einräumen und zu spätes Ausräumen sind oft die sicherste Methode, Kübelpflanzen umzubringen. 
Stellen Sie die Pflanzen so auf, dass sie gut an jede einzelne hingelangen und sie auf Schädlingsbefall kontrollieren können. Die Formel zur Überwinterung ist hell und kühl bei etwa 5 bis 10 °C. Regelmäßiges Lüften beugt der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten vor.

Sollten trotzdem Schild- oder Wollläuse zuschlagen, probieren Sie einmal folgende bewährten Tricks:

Kleine Pflanzen können Sie in Klarsichtbeutel packen und etwa zwei Wochen an einen schattigen Platz stellen. Die Schädlinge gehen in der hohen Luftfeuchtigkeit ein.

Waschen Sie großblättrige Pflanzen mit einer Schmierseifenlösung ab, anschließend mit klarem Wasser abbrausen.

Mit Wollläusen befallene Pflanzen können Sie kopfüber in handwarmes Wasser hängen, das ein paar Tropfen Geschirrspülmittel enthält. Binden Sie den Topfballen mit Folie gut zu, damit die Erde nicht herausfällt.

Schädlinge an schwer zugänglichen Stellen betupfen Sie mit Brennspiritus oder besprühen sie mit alkoholhaltigem Melissengeist. In beiden Fällen gehen die Schädlinge durch die Verdunstungskälte ein.


Koniferen

Wenn sich die Nadeln von Fichten und anderen Koniferen verfärben, kann dies mehrere Ursachen haben. Ältere Nadeln werden alle 5-7 Jahre abgestoßen, hier ist eine Verfärbung also normal und nichts zu befürchten. Verfärbungen im Inneren von dicht wachsenden Koniferen ist eine Folge fehlenden Lichts. Verfärben sich junge Nadeln, können Schädlinge oder Nährstoffmangel der Grund sein. Führen Sie im Zweifelsfall eine Bodenuntersuchung durch. Wässern und düngen Sie im Spätherbst, so vermeiden Sie Schäden im Frühjahr.

Gärtnern nach dem Mond im November

Fruchttage: 2, 3, 10, 11, 19, 20, 21, 29, 30. An Fruchttagen im zunehmenden Mond ist das Säen, Pflanzen und Ernten von fruchttragenden Pflanzen besonders begünstigt. Bei abnehmendem Mond Schnittarbeiten. Wurzeltage: 4, 5, 12, 13, 14, 22, 23. Die Wurzeltage sind besonders günstig zur Aussaat, Pflanzung und Pflege von Wurzel- und Knollengemüse. Blütentage: 6, 7, 15, 16, 24, 25. Blütentage wirken sich positiv auf Pflegearbeiten und Aussaat von Blumen und Blütenpflanzen, sowie Heil- und Küchenkräutern bei denen die Blüten Verwendung finden aus.Blatttage: 1, 8, 9, 17, 18, 26, 27, 28. An Blatttagen sollten Salate, Blattgemüse und Kräuter bei denen das Blattwerk Verwendung findet gesät und gepflanzt werden.

Stammtisch in Kehida

Jeden Freitag ab 18 Uhr findet in Kehida, gegenüber des Thermalbades, im gemütlichen Restaurant „ Mediterran Ételbàr“ der Stammtisch für Hobbygärtner und Naturfreunde statt. Walter Schneider wird im November 2009 ab 19 Uhr anwesend sein und gerne mit Tipps und Ratschlägen zur Verfügung stehen. Der Stammtisch ist unverbindlich und die Küche vorzüglich.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Unser Hofladen ist im November wieder Montag, Dienstag und Donnerstag, Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mittwoch und am Wochenende Öffnungszeiten nur nach telefonischer Absprache unter 06-30-9142456. Im Angebot sind hausgemachte Marmeladen und Säfte aus 100% ungespritzten Früchten, Kräutertees, Apfel und Kräuteressige, Knoblauch-Ingwertinktur sowie Boden und Pflanzenhilfsmittel, Verfrühungs- und frostschutzfließ und Mulchfolie. Getrocknete Brennesseln und Schachtelhalm als Tee und als Pflanzenhilfsmittel.

Natürlich steht Ihnen Öko-Gärtner Walter Schneider für alle Fragen zu Permakultur, Bio Anbau, Tomaten und Paprika persönlich, telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
www.tomatenparadies.gmxhome.de