Antarktis-Kommission ringt um Ergebnisse

Welche neuen Meeresschutzgebiete sollen ausgewiesen werden? Und wie viel Fischerei ist vertretbar? Bei der diesjährigen Antarktis-Konferenz bleiben viele Fragen zunächst unbeantwortet.

Bei der diesjährigen Konferenz der Antarktis-Kommission CCAMLR wurde am Freitag kurz vor dem geplanten Ende noch um Ergebnisse gerungen.

Es gebe bei den Verhandlungen noch viele offene Fragen, eventuell sei sogar eine Verlängerung der Tagung nötig, sagten Beobachter am Nachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Treffen, das am Dienstag begonnen hatte und in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals nur virtuell stattfand, ging es vor allem um die Ausweisung neuer Meeresschutzgebiete und Beratungen über Fischereiaktivitäten und Fangmengen im Südpolarmeer.

Die Bundesregierung wollte sich bei dem Treffen zusammen mit anderen Ländern erneut für die Einrichtung des bis heute weltgrößten Meeresschutzgebiets im artenreichen Weddellmeer einsetzen. Jedoch deute vieles darauf hin, dass es auch in diesem Jahr zu keiner Einigung kommen werde, sagten Experten am Rande des Treffens. Um das Vorhaben wird seit Jahren gerungen, blockiert wird es von China und Russland. Bezüglich des Weddellmeers und anderer möglicher Schutzgebiete setzten die Experten auf das kommende Jahr, wenn eventuell wieder persönliche Gespräche möglich seien, hieß es.

Der Bundestag hatte sich zuletzt einstimmig für die Pläne zum Schutz des 2,8 Millionen Quadratkilometer großen, sehr artenreichen Weddellmeers ausgesprochen. «Aus unserer Sicht ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass Russland und China ihren jeweiligen Widerstand im Rahmen der CCAMLR-Sitzung aufgeben», hatte WWF-Meeresschutzexperte Tim Packeiser bereits zum Auftakt der Konferenz betont.

Das «Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis» mit Sitz im australischen Hobart wurde 1980 ins Leben gerufen. Der Kommission gehören 25 Mitgliedstaaten und die EU an. Alle Entscheidungen müssen einstimmig getroffen werden.

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