Umfrage: Neun von zehn Verbrauchern für Nutri-Score

Er soll gesündere Lebensmittel besser erkennbar machen und kommt als Konzept offenbar gut an: Eine Mehrheit der Verbraucher will den Nutri-Score sogar zur Pflichtangabe machen.

Neun von zehn Verbrauchern in Deutschland finden das neue Nutri-Score-Logo gut, mit dem Kunden gesündere Lebensmittel im Supermarkt leichter erkennen können. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung PwC Deutschland.

Rund 85 Prozent der Befragten sprachen sich sogar dafür aus, die Kennzeichnung mit dem Logo für alle verarbeiteten Lebensmittel und Getränke verpflichtend zu machen. Bislang ist die Kennzeichnung in Deutschland freiwillig.

Das neue Logo kann in diesem Monat auf breiter Front starten, nachdem der Bundesrat Anfang Oktober den Rechtsrahmen für eine freiwillige Nutzung des Logos auf den Packungen von Fertigprodukten geschaffen hatte. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) will an diesem Donnerstag den Startschuss geben, am Freitag soll die Verordnung in Kraft treten.

Das aus Frankreich stammende Nutri-Score-System soll im Supermarkt die Unterscheidung zwischen «Dickmachern» und gesunden Lebensmitteln erleichtern. Es bezieht neben Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von «A» auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes «C» bis zum roten «E» für die ungünstigste.

Erste Produkte damit sind schon in den Läden zu sehen. Das neue Logo muss auf der Packungsvorderseite aufgedruckt werden und soll die verpflichtenden Nährwerttabellen auf den Rückseiten ergänzen.

Der PwC-Handelsexperte Christian Wulff sieht bereits durch die Einführung des Logos auf freiwilliger Basis den Druck auf alle Marktteilnehmer wachsen, sich an dem System zu beteiligen. «Auch wenn die Kennzeichnung nur freiwillig ist, führt für die Lebensmittelhersteller kein Weg am Nutri-Score vorbei.» Wer Produkte im grünen Logo-Bereich herstelle, werde damit auch werben. «Produkte ohne Nutri-Score werden dann vom Verbraucher automatisch mit einer roten Ampel gleichgesetzt», prognostizierte Wulff.

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