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Ungarn: Über ein Viertel funktionale Analphabeten

Mehr als ein Viertel der Ungarn verstehen nicht, was sie lesen – sie sind funktionale Analphabeten. Damit liegt das Textverständnis der Ungarn unter dem europäischen Durchschnitt, berichtete am Dienstag (28.9.) der Ehrenpräsident der Ungarischen Gesellschaft für Lesen, Tamás Nagy, in Budapest.

In einer PISA-Studie liege Finnland 65 Punkte vor Ungarn. Über die Ausgrenzung des Einzelnen hinaus wirke sich das auf die gesamte Gesellschaft aus, denn der wirtschaftliche Zustand und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes verschlechterten sich dadurch. Berechnungen ergaben, dass Ungarn sein Bruttoinlandsprodukt vervielfachen könnte, wenn der 65-Punkte-Rückstand innerhalb von 20 Jahren wettgemacht würde.

Aus einer landesweiten Erhebung geht hervor, dass von den 15- bis 17jährigen Mädchen 42 Prozent faktisch nichts lesen, bei den Jungen sind es sogar 51 Prozent, die niemals oder nur selten ein Buch in die Hand nehmen, berichtete Nagy. In Deutschland wird in verschiedenen Quellen die Zahl der funktionalen Analphabeten auf etwa vier Millionen geschätzt.