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Der Forint fällt und fällt – ins Bodenlose?

Immer neue Tiefstwerte des ungarischen Forint lassen die Finanzlage für Ungarn zunehmend bedrohlicher werden. Allein am Mittwoch verlor die Währung nahezu zwei Prozent gegenüber dem Euro. Zeitweise wurde die europäische Währung für mehr als 320 Forint gehandelt.

Experten sagen nunmehr für den Fall des Ausbleibens einer Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission eine weitere Verteuerung des Euro bis auf 340 Forint voraus. Die Wirtschaft Ungarns würde als Folge in eine tiefe Rezession fallen. Schon aus diesem Grund halten die Fachleute auch weiterhin eine Vereinbarung mit IWF und Union für wahrscheinlich, die dem Land einen Kredit im Umfang von 20 Milliarden Dollar bringen könnte. Es gebe keine vernünftige Alternative zu diesem Hilfsprogramm.

Sollte die Vereinbarung nicht zustande kommen, wäre es für Ungarn schwer seine Devisenschulden zu tilgen und sich vom Markt unter vernünftigen Bedingungen zu refinanzieren, hieß es. Die Einstufung Ungarns durch die Rating-Agenturen könnten sich in dem Fall weiter verschlechtern, ausländisches Kapital abfließen.

IWF und EU-Kommission fordern unter anderem von Ungarn eine klare gesetzliche Regelung zur Selbständigkeit der Nationalbank. Durch ein erst kürzlich verabschiedetes Gesetz scheint diese deutlich gefährdet.