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Wildobst – Ratgeber Garten – Mai 2012

Wildobst zum Naschen, Krankheiten an Wildobst, Mondkalender im Mai 2012 uvm.

Gartenarbeiten im Mai

Eine Regel gilt auch im diesem Jahr: Die Eisheiligen kommen erst noch. Mag das schöne Wetter uns auch noch so sehr verführen, die „warmen“ Gemüse ins Freie zu pflanzen, es kann schief gehen. Geduld ist eine der wichtigsten Charaktereigenschaften für Gärtner, ob Profi oder Hobbygärtner.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ausreichend Muße, den richtigen Pflanzzeitpunkt abzuwarten. Es geht nicht um einen Wettkampf mit dem Nachbarn, wer die erste Tomate und die erste Gurke erntet.

Wildobst: was eignet sich zum Naschen?

Heimische Pflanzen haben Konjunktur. Auch vor den Kleingärten macht dieser Trend nicht halt: Bei der Pflanzenwahl steht nicht mehr nur der Zierwert einer Pflanze im Fokus, Pflegeaufwand und Zusatznutzen für sich selbst oder die Natur sind genauso wichtig geworden. Zu den pflegeleichten Pflanzenarten, die Nutz- und Zierwert verbinden, zählen viele Wildobstarten. Sie haben vielfach den Vorzug, dass sie äußerst robust sind und kaum Schnitt oder sonstige Pflege benötigen.

Bei vielen Wildobstarten ist der Nutzwert weit mehr „Geschmackssache“ oder eine Frage der Geduld beim Verarbeiten. Viele Wildobstarten schmecken gerade durch ihren hohen Gehalt an Gerbstoffen, die gegen Tumore und Infarkte vorbeugen, meist nur verarbeitet gut. Das schränkt die Auswahl an frisch naschbarem Wildobst deutlich ein.

Auswahlkriterien: Gartenfreunde, die mit der Anpflanzung von Wildobst liebäugeln, sollten sich im Vorfeld überlegen, auf welchen Zier- und Nutzwert sie „Wert“ legen, und welcher Standort zur Verfügung steht.

Standort: Wildobstgehölze mit sehr großem Platzanspruch sind Edelkastanie, Maulbeere, Eberesche, Speierling, Elsbeere, Mehlbeere und Holunder. Sie eignen sich nur für das Begleitgrün, und keine dieser Arten schmeckt frisch gut – Holunder ist roh sogar unverträglich.

Auch die weniger Standraum benötigenden Mispeln, Myrobalanen, Schwarzen Maulbeeren (wachsen extrem langsam) und Sanddornsträucher sind kein Naschobst. Die mirabellengroßen Myrobalanen (Kirschpflaumen) enthalten zwar nicht so viele Gerbstoffe, dass sie richtig unangenehm schmecken, aber die zähe Haut und die Tatsache, dass sich der Stein kaum vom Fruchtfleisch löst, schmälert den Naschgenuss deutlich.

Von der Größe her passen die Wildobststräucher Berberitze, Mahonie, Wildrosen, Kornelkirsche, Schlehe und Felsenbirne problemlos in den Garten. Schlehen werden aber von zahlreichen Schädlingen befallen und wuchern derart aus, dass dieses Gehölz wirklich nur in die freie Natur gehört.

Auch Wildrosen brauchen fachkundigen Schnitt, um den Garten nicht unangenehm zu überfrachten. Schlehe, Wildrose wie auch Berberitze und Mahonie werden nur durch Verarbeitung genießbar und sind deshalb als Naschgarten-Arten weniger geeignet.

Klein und anspruchslos, dazu überaus zierend sind Apfelbeere und Zierquitte. Frisch genascht schmecken sie aber genauso wenig wie der uferlos wuchernde Bodendecker Ackerkratzbeere (Acker-Brombeere). Die ebenfalls bodendeckenden Waldheidelbeeren und Walderdbeeren, aber in kleinen Mengen auch Waldpreiselbeeren, die Großfrüchtige Moosbeere (Cranberry) und Arktische Brombeeren (Allackerbeere) lassen sich direkt von der Pflanze genießen. Allerdings ist zu beachten, dass diese Waldbeerenarten teilweise nur auf saurem Boden gedeihen.

Krankheiten und Schädlinge an Wildobst

Pflanzen, die nicht züchterisch bearbeitet wurden, gelten allgemein als widerstandsfähig gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen. Schließlich müssen sich Wildpflanzen ja ohne menschliche Pflege in der Natur behaupten. Daraus zu schließen, dass Wildobst generell nicht von Krankheiten und Schädlingen befallen wird, ist allerdings ein Trugschluss.

An den Nüssen des Hasel (Corylus avellana) verursacht der Haselnussbohrer fast jedes Jahr Ernteausfälle. Holunder (Sambucus) z.B. wird regelmäßig von Blattläusen und Gallmilben befallen, und auch der Echte Mehltau sowie bestimmte Viren sind an den Sträuchern zu finden.

An der als sehr robust geltenden Felsenbirne (Amelanchier) bereitet der Echte Mehltau seit einigen Jahren massive Probleme. Waren es anfänglich nur die Blätter, die durch das weißgraue Pilzmyzel beeinträchtigt wurden, so werden zunehmend die Früchte so stark befallen, dass sie nicht richtig ausreifen und eintrocknen.

Der eine oder andere, der einen Holunder, eine Felsenbirne oder eine Zierquitte (Chaenomeles) im Garten stehen hat, wird überlegen, ob er die Pflanzen ggf. mit Pflanzenschutzmitteln vor Pilz- und Schädlingsbefall schützen kann. Wie so oft ist die Zulassungssituation auch im Bereich Wildobst sehr kompliziert.

Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen sind Pflanzenschutzmittel nur für den Einsatz im Erwerbsanbau vorgesehen. Gartenfreunde werden sich notgedrungen bei der Bekämpfung des Echten Mehltaus an Felsenbirne mit Pflanzenstärkungsmitteln, z.B. „Neudovital“ (Neudorff), begnügen müssen, da für die Felsenbirne definitiv kein Präparat zugelassen ist. Frühe Spritzung mit Ackerschachtelhalm Absud kann den Befall verhindern.

Holunder, Hagebutten tragende Wildrosen (Rosa), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Sanddorn (Hippophaë rhamnoides) und Weißdorn (Crataegus) gehören nach der entsprechenden Einteilung zum Beerenobst. Hier könnte man gegen Blattläuse das Präparat „Neudosan“ (Neudorff) verwenden, da es die Zulassung für den Einsatz gegen saugende Insekten an Beerenobst besitzt.

Ich persönlich bevorzuge die Vertreibung der Läuse mit Brennnessel Kaltwasserauszug.

Dazu einen Eimer voll Brennnesseln mit kaltem Wasser füllen und diesen maximal 12 Stunden ziehen lassen, absieben und über die befallenen Pflanzen spritzen. Das vertreibt die Läuse und schont die Nützlinge.

Der Mondkalender im Mai 2012

Fruchttage: 1, 2, 9, 10, 18, 19, 27, 28, 29. An Fruchttagen im zunehmenden Mond ist das Säen, Pflanzen und Ernten von fruchttragenden Pflanzen besonders begünstigt. Bei abnehmendem Mond Schnittarbeiten. Wurzeltage: 3, 4, 5, 11, 12, 20, 21, 22, 30, 31. Die Wurzeltage sind besonders günstig zur Aussaat, Pflanzung und Pflege von Wurzel- und Knollengemüse. Blütentage: 6, 13, 14, 23, 24, 25. Blütentage wirken sich positiv auf Pflegearbeiten und Aussaat von Blumen und Blütenpflanzen, sowie Heil- und Küchenkräutern bei denen die Blüten Verwendung finden aus.Blatttage: 7, 8, 15, 16, 17, 26. An Blatttagen sollten Salate, Blattgemüse und Kräuter bei denen das Blattwerk Verwendung findet gesät und gepflanzt werden.

Markttage

Öko- und Künstler-Markt in Kehidakustány, Mediterran Ételbar, Kossuth L. u. 63, 1. und 3. Samstag von 9.00 – 13.00 Uhr.

Jeden Sonntag sind wir mit unseren Produkten auf dem Ökomarkt in Káptalantóti von 8 bis 14 Uhr vertreten.

Jeden Donnerstag von 13.00 bis 17.00 Uhr und jeden Dienstag und Samstag in Heviz auf dem neuen Ökomarkt am großen Parkplatz von 8.00 bis 13.00 Uhr.

Neuer Markt am Jatek Strand in Gyenesdias: Donnerstag von 8.00 bis 12.00 Uhr, Dienstag und Samstag von 14.00 bis 19.00 Uhr.

Stammtisch in Kehida

Jeden Donnerstag findet der Stammtisch für Hobbygärtner und Naturfreunde ab 19.00 Uhr im Restaurant Mediterran Etelbar in Kehidakustány statt.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Unser Hofladen ist 2012 nur nach telefonischer Vereinbarung unter 06-30-9142456 geöffnet.

Im Angebot sind naturbelassene Marmeladen aus Wild- und Kulturfrüchten, Frucht- und Gewürzessig auf Apfel-Kombucha-Basis, Knoblauch-Ingwer-Elixier, Holunder-, Spitzwegerich-, Fichtennadel- und Löwenzahn-Sirup, Sanddorn-, Holunderbeer-, Hagebutten-, Schlehen- und Sauerkirsch-Sirup ohne Zucker, mit Stevia gesüßt. Gelee und Säfte sowie natürliche Pflanzenstärkungs- und Hilfsmittel, Mulchfolie und Verfrühungsvließ. Die Lebensmittel können auch auf den Märkten probiert und gekauft werden.

Die Pflanzenstärkungs- und Hilfsmittel, Mulchfolie und Verfrühungsvließ, getrocknete Brennesseln, Schafgarbe und Schachtelhalm als Tee und als Pflanzenhilfsmittel, sowie das für Haustiere und Nützlinge ungiftige Ferramol zur Schneckenbekämpfung bringen wir gerne nach telefonischer Absprache zum jeweiligen Markt mit.

Im Mai sind auch wieder mehr als 100 Sorten von Tomaten-, Paprika-, Chilli- und Gewürzpflanzen nach Absprache auf den Märkten oder ab Hof in Almásháza erhältlich.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
www.tomatenparadies.gmxhome.de