Gefro Banner

Straße in Ungarn nach Diktator Horthy benannt

In der ungarischen Kleinstadt Kunhegyes (Komitat Jász-Nagykun-Szolnok) ist dieser Tage Medienberichten zufolge eine Straße nach dem ungarischen Diktator Miklós Horthy benannt worden. Der Name ersetzte auf Initiative der extrem rechten Jobbik-Partei den des gefallenen Soldaten der Roten Armee Korontschenko. Zu weiteren Namen, die aus dem Straßenverzeichnis gestrichen wurden, gehört auch der des russischen Schriftstellers Maxim Gorki.

Horthy ging als letzter Befehlshaber der k.u.k. Kriegsmarine in die Geschichte ein, der die ungarische Räterepublik niederwarf und später ein enges Bündnis mit Hitler schloss. Ziel des Bündnisses mit den Nazis war vorrangig, die etwa zwei Drittel des ehemaligen ungarischen Gebietes zurückzugewinnen, die als Ergebnis des Ersten Weltkrieges verloren gegangen waren.

Unter Horthy wurden vom ungarischen Parlament eine Reihe antijüdischer Gesetze angenommen. Bereits 1920 erschwerte so der Numerus clausus jungen Menschen jüdischer Herkunft den Zugang zu Hochschulen und Universitäten. Gesetze aus dem Jahre 1938 ähnelten den Nürnberger Rassegesetzen.

Der Verband Jüdischer Glaubensgemeinschaften in Ungarn rief im Zusammenhang mit der neuen Horthy-Straße Regierung und Parlament auf, mit rechtlichen Schritten zu verhindern, dass überhaupt öffentliche Straßen und Plätze diesen Namen tragen können. Ferner solle dafür gesorgt werden, dass bereits nach dem einstigen Reichsverweser benannte Straßen wieder umbenannt werden. Horthy treffe die direkte Verantwortung für die Ermordung mehrerer hunderttausend Juden in Ungarn.