Olympia ohne Müller – Kruse und Hummels können hoffen

Anders als für Max Kruse und Mats Hummels hat sich das Thema einer Olympia-Teilnahme für Thomas Müller erledigt. Dem FC Bayern erleichtert das den Saisonstart. Für Müller könnte sich möglicherweise noch eine ganz andere Chance eröffnen.

Die Olympischen Spiele in Tokio werden ohne Thomas Müller stattfinden. Der Bayern-Star steht nach dpa-Informationen nicht auf der entsprechenden Olympia-Liste der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), auf der aber die Namen von Mats Hummels und Max Kruse zu finden sind.

Trainer Stefan Kuntz darf für sein Aufgebot für die Olympischen Spiele drei Spieler berufen, die früher als 1997 geboren wurden. Seit über einem Jahr wurde immer wieder über eine Rückkehr des 100-maligen Nationalspielers Müller im DFB-Trikot auf der olympischen Bühne spekuliert – das ist jetzt vorbei.

Über das spannende Olympia-Thema hatten die von Bundestrainer Joachim Löw schon lange nicht mehr berücksichtigten DFB-Kicker Müller, Kruse (Union Berlin) und Hummels (Borussia Dortmund) sowie Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) in der Audio-App Clubhouse geplaudert. Zunächst hatte Sport1 darüber berichtet.

Ob Kruse (14 A-Länderspiele) oder Hummels (70 A-Länderspiele) tatsächlich in Frage kommen, muss Kuntz bis zum 30. Juni entscheiden. Dann müssen laut Fußball-Weltverband FIFA die endgültigen Kader gemeldet werden. Die drei älteren Akteure würden bei der Nominierung aber das «letzte Puzzleteil» für sein Aufgebot sein, hatte Kuntz schon erklärt. Er stand mit «etlichen Kandidaten» im Austausch.

Das Olympia-Thema um Müller, der vor einem Jahr die Möglichkeit einer gemeinsamen Olympia-Teilnahme mit seiner Ehefrau Lisa als «coole Spinnerei» bezeichnet hatte, kühlte zuletzt ohnehin schon etwas ab. Zum einen sind die Startchancen von Reiterin Lisa, die aktuell nicht im Top-Kader ist, gesunken. Zum anderen ist Triplesieger Müller durch seine starken Bayern-Leistungen in der öffentlichen Wahrnehmung auch wieder zu einem Löw-Kandidaten geworden. Die Münchner Bosse Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge oder Oliver Kahn warben regelmäßig um Müllers aktuell noch unwahrscheinliche Rückkehr in die Nationalelf.

Der 31-jährige Müller hatte sein 100. und bisher letztes Länderspiel am 19. November 2018 als Einwechselspieler beim 2:2 in der Nations League gegen die Niederlande bestritten. Einige Monate später waren er, Hummels und Jérôme Boateng von Löw aussortiert worden. Seitdem wird fast fortwährend über ein Comeback debattiert. Der Bundestrainer hatte Ende vergangenen Jahres erklärt, dass sich diese Frage derzeit nicht stelle. Doch wie es dann bei der Nominierung für das Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli aussieht, bleibt abzuwarten.

Löw und Kuntz gehen seit der vergangenen Woche wieder auf Bundesliga-Tour. Man wolle wieder «die persönlichen Eindrücke in unsere Studien einfließen lassen», sagte Löw, der mit dem Topspiel Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund (4:2) startete. Für sein Team steht Ende März ein Dreierpack in der WM-Qualifikation an. Auf die Kuntz-Auswahl wartet die EM-Endrunde in Ungarn und Slowenien. Teil eins wird vom 24. bis 31. März gespielt, die Finalrunde findet vom 31. Mai bis 6. Juni statt.

Fünf Jahre nach Olympia-Silber für die Auswahl von Trainer Horst Hrubesch, als Lars und Sven Bender sowie Nils Petersen die drei Team-Routiniers waren, strebt die deutsche Olympia-Mannschaft auch bei den vom 23. Juli bis 8. August geplanten Sommerspielen in Tokio eine Topplatzierung an – allerdings eben ohne Müller. Für den FC Bayern erleichtert das aber etwas die Planungen für den Start der nächsten Saison. Denn kurz nach dem Turnier in Tokio beginnt am 13. August 2021 bereits die neue Bundesliga-Spielzeit.

© dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten.