Protest gegen Junta in Myanmar reißt nicht ab

Die neue Junta in Myanmar lässt sich von den täglichen Protesten gegen den Putsch nicht beeindrucken und geht mit zunehmender Härte gegen die Demonstranten vor.

In Myanmar haben am Dienstag wieder zahlreiche Menschen gegen den Militärputsch und die neue Junta protestiert. Auch 16 Tage nach dem Umsturz durch die Generäle und trotz zunehmender Gewaltandrohung gibt es weiter massiven Widerstand in allen Landesteilen.

In mehr als einem Dutzend Orten waren nach Angaben des Nachrichtenportals «Eleven Myanmar» Demonstranten auf der Straße. In der ehemaligen Hauptstadt Rangun versammelten sich Demonstranten vor der Zentralbank und der US-Botschaft und forderten die Wiedereinsetzung der zivilen Regierung und die Freilassung der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Dabei riefen die Teilnehmer erneut die Vereinten Nationen und die USA um Hilfe an.

«Wir, die Menschen in Myanmar, unterstützen voll und ganz jede Aktion, die die UN und die USA unternehmen», war auf vielen Schildern zu lesen. US-Präsident Joe Biden hatte in der vergangenen Woche Sanktionen gegen die führenden Generäle und mit ihnen verbundene Unternehmen angekündigt. Die Demonstranten hoffen, dass auch andere Länder Schritte gegen die Junta einleiten.

Vor der Myawaddy Bank, die im Besitz des Militärs ist, bildeten sich am Dienstag lange Schlangen. Zahlreiche Bürger versuchten, ihr Geld abzuheben, nachdem die Widerstandsbewegung zu einem Boykott von Armee-geleiteten Unternehmen aufgerufen hatte. Das Geldinstitut habe wegen des großen Andrangs am Mittag schließen müssen und werde erst am Mittwoch wieder Geld ausgeben, hieß es.

Seit dem Wochenende gehen Militär und Polizei mit zunehmender Härte gegen die Proteste vor. Die Armeepräsenz ist deutlich erhöht worden. Zudem war in der Nacht zum Montag und in der Nacht zum Dienstag das Internet landesweit von 1.00 Uhr bis 9.00 gesperrt worden. Die Informationslage ist deshalb zunehmend schwierig.

Das Armee hatte sich im früheren Birma in der Nacht zum 1. Februar zurück an die Macht geputscht und Suu Kyi sowie viele weitere Politiker in Gewahrsam genommen. Seither wurden Hunderte weitere Aktivisten, Journalisten und Demonstranten festgenommen. Während der fast 50 Jahre währenden Militärdiktatur, die erst vor zehn Jahren demokratischen Reformen gewichen war, hatten die Streitkräfte jeden Widerstand immer brutal niedergeschlagen.

© dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten.