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Invasion der Krähen in Siófok

Die Stadt Siófok hat bei der zuständigen Behörde einen Antrag zur fallweisen Aufhebung der Naturschutzbestimmungen gestellt. Grund dafür sind massenweise in die Stadt eingezogene Krähen, sagte der Bürgermeister der Stadt, Árpád Balázs, der Presse gegenüber.

Konkret beantragte der Bürgermeister von der Naturschutzaufsicht Mittel-Transdanubien die behördliche Zustimmung für die Entfernung der Nester von Saatkrähen an besonders problematischen Stellen in der Stadt. Angesichts der enorm hohen Zahl der Krähen in der Stadt sei dem Bürgermeister zufolge ein erhöhter Schutz der Vögel nicht mehr notwendig.

Der Bürgermeister wandte sich an die Behörde, weil die Direktion des Nationalparks Balatoner Oberland bis zur Beendigung der Brutzeit der Saatkrähen in Siófok das Ausästen von Bäumen untersagt hat, während der Stadt Marcali gestattet wurde, gegen die Krähen vorzugehen. Die derzeitige Situation gibt Anlass zur Besorgnis, denn die besagten Bäume bleiben wegen trockener Äste gefährlich, andererseits durften die Nester nicht vor dem Ende der Brutzeit entfernt werden, so dass mit einer weiteren Zunahme der Zahl der Vögel in der Stadt zu rechnen ist, so Balázs. Im Bürgermeisteramt gehen täglich Beschwerden über Schäden durch die Krähen ein, führte er weiter aus. Für die Stadt ist das Nisten der Vögel in so großer Zahl angesichts des Verbotes der Naturschutzbehörde ein schier unlösbares Problem.

Bevor die Saatkrähen in die Liste der geschützten Tiere aufgenommen wurden, bestand die Möglichkeit, sie aus der Stadt zu vertreiben. Seit ihrem Schutz stellen sie Siófok Jahr für Jahr vor neue Probleme. Sie nisten und bevölkern nämlich auch die zum See führenden Alleen, die Parkanlagen an den Hotels und die Straßen rund um die Strandbäder. Mit ihren lauten Rufen und anderen unangenehmen Verhaltensweisen sind sie nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Touristen sehr lästig.

Die Abgeordnetenversammlung muss sich seit Jahren mit den Problemen der Hygiene und Sauberkeit im Zusammenhang mit der Invasion der Krähen befassen und muss doch tatenlos der weiteren Urbanisierung der Saatkrähen zusehen.