Ungarn: Impfverweigerern droht unbezahlter Urlaub und die Entlassung

Angestellte, die sich weigern, sich impfen zu lassen, können gezwungen werden, unbezahlten Urlaub zu nehmen, und wenn die Situation länger als ein Jahr andauert, während die Vorschrift noch in Kraft ist, kann ihr Arbeitsverhältnis gekündigt werden, sagte Gergely Gulyás, der Stabschef des Ministerpräsidenten, bei einer Pressekonferenz der Regierung – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Er sagte, die Maßnahme sei gerechtfertigt, weil die Impfquote erhöht werden müsse, um die vierte Welle zu bekämpfen und künftige Wellen der Epidemie zu verhindern. Mehr als zehn Organisationen sowie die Industrie- und Handelskammer haben die Einführung der Impfung im Bereich des Tourismus beantragt, fügte er hinzu. Die erste Impfung muss bis zum 15. Dezember verabreicht werden und die Maßnahme wird so lange in Kraft bleiben, bis „die Epidemie bei uns bleibt“, sagte er. Die obligatorische Impfung werde in staatlichen Unternehmen und großen staatlichen Einrichtungen, wie z. B. bei Lehrern, Standard sein, sagte er und fügte hinzu, dass die Impfrate in Budapest bei etwa 80 % liege.

Auf eine Frage hin sagte er, dass eine Studie in Vorbereitung sei, um festzustellen, warum die Covid-Sterblichkeitsrate in Ungarn höher sei als in Österreich. Einige Krankenhäuser haben bereits Besuchsverbote eingeführt, doch würden Ausnahmen beibehalten, beispielsweise bei Besuchen von Menschen, die kurz vor dem Tod stehen. Eine Verschiebung geplanter Operationen oder die Wiedereröffnung des Seuchenkrankenhauses von Kiskunhalas stehe nicht zur Debatte, da noch genügend freie Krankenhausbetten zur Verfügung stünden, fügte er hinzu. Ohne genaue Zahlen zu nennen, sagte Gulyás, es gebe in Ungarn „genügend freie Beatmungsgeräte“. Er sagte auch, dass die Regierung nicht plane, PCR-Tests kostenlos zu machen, und schloss einen weiteren landesweiten Lockdown aus.