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Elternstreik in Ungarn

Aus Protest gegen die Bildungspolitik der Regierung und im Kampf um ein besseres Schulsystem haben die Eltern von schulpflichtigen Kindern einen Streik ausgerufen, nachdem Bemühungen der Lehrer, Pädagogen, Schüler und Studenten um Veränderungen im unterfinanzierten, sowie unmodernen Schulsystem zu keinem Ergebnis geführt haben.



Um die Zukunft ihrer Kinder besorgte Eltern riefen gleichgesinnte Väter und Mütter auf, ihre Kinder am 29. Februar 2016 nicht zur Schule zu schicken. Landesweit haben sich bereits 27.000 Eltern diesem Aufruf angeschlossen.

Zahlreiche Einrichtungen, Kulturhäuser und Privatpersonen solidarisieren sich via Facebook mit dem „Elternstreik“ und bieten die Aufsicht über die Kinder an, während deren Eltern arbeiten müssen. Vielerorts werden sogar Kulturprogramme für den „freien“ Tag der Kinder organisiert. In Budapest stehen bereits neun Einrichtungen fest, wo die Kinder am Montag tagsüber untergebracht werden können. Auch in Pécs, Sopron, Szeged, Kecskemét, Békéscsaba und anderen Gemeinden wurden Räumlichkeiten, Pädagogen für die Aufsicht von Kindern gefunden. Diese Hilfsbereitschaft steckt an, so dass sich immer mehr Eltern entscheiden, auf diese Weise auf die schlechte Bildungspolitik aufmerksam zu machen.

Am Freitag forderte der für Bildung zuständige stellvertretende Staatssekretär im Ministerium für Humanressourcen, Imre Sipos, alle Eltern auf, nicht an dieser Bewegung teilzunehmen und ihre Kinder am Montag ordentlich in die Schule zu schicken. Sie hätten die Möglichkeit, ihre Meinung vor Ort und über ihre Vertreter am kürzlich eingerichteten „Runden Tisch für öffentliche Bildung“ zu sagen.

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