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Steigendes Umweltbewusstsein europäischer Konsumenten

Das Umweltbewusstsein der europäischen Konsumenten steigt weiter. Allerdings ist dieser Trend nicht in allen Staaten der Europäischen Union gleich zu beobachten. Im Ländervergleich ergeben sich zwischen Deutschland und Ungarn zum Teil erhebliche Unterschiede. Weit weniger bedeutend sind die Unterschiede im Umweltbewusstsein zwischen den Geschlechtern oder den Altersklassen.

Immer mehr Konsumenten achten auf Umweltfreunlichkeit und Nachhaltigkeit.
Immer mehr Konsumenten achten auf Umweltfreunlichkeit und Nachhaltigkeit.

Hohe Nachfrage nach grünen Produkten in Deutschland

Die Mehrheit der Deutschen hält den Schutz von Umwelt und Klima für eine grundlegende Bedingung zur Bewältigung von globalen Zukunftsaufgaben. Das Umweltbewusstsein geht so weit, dass Klimaschutz und Wirtschaftsinteresse nicht mehr als Gegensätze wahrgenommen werden. Dazu äußerte sich die Umweltministerin Barbara Hendricks mit dem Kommentar, früher hätten viele gedacht, dass sich Umweltschutz und Wirtschaftskraft widersprechen. Dagegen wisse man heute, das Gegenteil sei der Fall. Umweltschutz und Gutes Leben gehörten nämlich zusammen.

Diese Überzeugung drückt sich deutlich in der Kultur des ökologischen Konsums aus. In einer Studie des Umweltbundesamts von 2015 gibt knapp die Hälfte der Befragten an beim Kauf von Haushaltsgeräten und Leuchtmitteln immer zu energieeffizienten Produkten zu greifen. Etwa ein Viertel tut dies sehr häufig.

Grüne Produkte werden in großen Mengen nachgefragt. Wo Möglichkeiten bestehen, steigen die Konsumenten gerne auf klimafreundliche Alternativen um. Umweltschonende Reinigungsmittel werden von 43 Prozent der Befragten häufig gekauft. Schon einmal Ökostrom bezogen haben 39 Prozent der Befragten und etwa 20 Prozent geben an häufig Bioprodukte zu kaufen.

Ökologisches Bewusstsein nicht überall gleich ausgeprägt

Deutschland liegt damit voll im europäischen Trend. Eine 2009 durchgeführte Erhebung in den EU-Ländern ergab, dass mehr als 90 Prozent der Befragten angaben von der Erderwärmung überzeugt zu sein. 80 Prozent stimmten zu, dass sie durch den Menschen verursacht wird. Dieselbe Erhebung stellte auch ein Gefälle zwischen den Staaten im Vergleich auf. In den nordeuropäischen Staaten war das Umweltbewusstsein stärker ausgeprägt als im Süden der Union. Defizite im ökologischen Bewusstsein sind auch in Ungarn festzustellen. Nach dem Kolontár-Dammbruch im Jahr 2010 und der darauf folgenden Giftschlammkatastrophe kommentierte der Soziologe Bence Ságvári die ungarische Situation wie folgt: „Aus einer europaweiten Erhebung, … , geht hervor, dass nur vier von zehn Ungarn über die verschiedenen Umweltprobleme Bescheid wussten. … Noch schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass Ungarn das einzige Land war, wo sich der Wissensstand zu den diversen Umweltrisiken sogar verschlechtert hat.“

Die Wirtschaft steht im Zugzwang

Das Umweltbewusstsein steigt derzeitig in allen Staaten vor allem in der Textilindustrie. Die Unternehmen legen nach und erweitern ihre Produktpaletten, neue Unternehmen entstehen um sich ausschließlich mit nachhaltiger Mode zu beschäftigen. Und dann gibt es auch solche, die schon seit Jahrzehnten viel Wert auf den Umweltschutz legen, wie z.B. Reda mit ihrer Merino Kleidung. Diese Entwicklung ist ganz logisch, denn die Konsumenten verlangen von Unternehmen und Marken in Sachen Umweltbewusstsein eine größere Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Und die Unternehmen versuchen auf diese Nachfrage bestmöglich zu antworten. Dabei bilden Fair Trade Kleidung und Naturmode einen neuen Trend im ökologischen Konsum.