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Ungarn vor neuem Wachstum

Nach dem Einbruch der Krisenjahre erwartet Ungarn für 2010 ein Wirtschaftswachstum von 1 Prozent. In den darauf folgenden beiden Jahren ist mit je 3 Prozent zu rechnen, sagt die GKI Wirtschaftsforschungs AG voraus. Parallel dazu kann sich von Mitte dieses Jahres an die Inflation verringern und zum Jahr 2012 unter 3 Prozent sinken. Damit wäre Ungarn in der Lage, im Jahre 2014 den Euro einzuführen, könnte Ende 2013 sämtliche Maastricht-Kriterien erfüllen.

Nach Ansicht des Instituts verfügt die Regierung mit ihrer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament über die historische Chance, solche Strukturveränderungen in Gang zu setzen, mit denen die zentralen Ausgaben abgebaut werden könnten. Schon Ende dieses Jahres müsste die Regierung der Darstellung zufolge ihren Fahrplan für den Beitritt zur Eurozone vorstellen.

Elcoteq erwägt Hauptquartier in Ungarn

Der finnische Elektronikkonzern Elcoteq denkt nach eigenen Angaben darüber nach, seinen Firmensitz nach Ungarn zu verlagern. Nachdem sämtliche Produktionsstätten und Service-Center bereits in Pécs sowie im estnischen Tallinn beheimatet seien, werde nunmehr erwogen, den Konzernsitz ebenfalls nach Umgarn zu verlagern, so der Konzernvorsitzende Jorma Vanhanen gegenüber der Zeitung Világgazdaság. Eine Entscheidung könnte bis Ende des Jahres fallen, so Vanhanen weiter.

Roma-Morde in Ungarn aufgeklärt

Nach einer Serie von Morden an Roma in Ungarn sind die Ermittlungen jetzt abgeschlossen, teilte Landespolizeichef József Bencze am Mittwoch (30.6.) in der Nachrichtensendung des Fernsehens mit. Das Nationale Ermittlungsbüro schlug wegen mehrfachen Mordes, Raub, Schusswaffenmissbrauchs und Sachbeschädigung, die bandenmäßig verübt wurden, gegen alle vier in Haft befindliche Tatverdächtige Anklageerhebung vor. Drei der vier seien Täter, einer Helfer. Nach Ansicht der Polizisten beweisen die DNS-Untersuchungen, Berichte der Waffenexperten und die einander belastenden Aussagen zweifelsfrei die Beteiligung der drei Täter an den Morden.

Die Ermittlungen bezogen sich auf insgesamt neun schwere Straftaten: 2008 wurden am 21. Juli in Galgagyörk, am 8. August in Piricse, am 5. September in Nyíradony, am 29. September in Tarnabod, am 3. November in Nagycsécs und am 15. Dezember in Alsózsolca sowie 2009 am 23. Februar in Tatárszentgyörgy, am 22. April in Tiszalök und am 3. August in Kisléta Roma überfallen. Dabei starben in Nagycsécs und Tatárszentgyörgy jeweils zwei, in Kisléta und Tiszalök je ein Mensch.

Die Polizei verdächtigt vier Männer aus dem Komitat Hajdú-Bihar im Alter zwischen 28 und 42 Jahren, die Serie von Angriffen auf Roma verübt zu haben. Angehörige einer Spezialeinheit hatten sie am Morgen des 21. August vorigen Jahres in einem Nachtklub von Debrecen festgenommen.

Polizei stärkt Sicherheit von Touristen

Ausländer können sich derzeit in Ungarn wohl sicherer fühlen als je zuvor. Um fast 60 Prozent hat sich 2009 im Jahresvergleich die Zahl der Straftaten ihnen gegenüber verringert, berichtete der stellvertretende Budapester Polizeichef Zoltán Bozsó nach Angaben des Tourismus Panorama Bulletins. Die Tendenz werde sich hoffentlich fortsetzen. Auch in diesem Sommer lege die Polizei der Hauptstadt den Akzent auf den Schutz von Touristen und Einwohnern sowie die Sicherung von Veranstaltungen.

An Schwerpunkten von Budapest, so der Burg, der Zitadelle, dem Stadtwäldchen, der Margareteninsel, der St. Stephans-Kathedrale, dem Heldenplatz und der Innenstadt zeige die Polizei ständig Präsenz. Verstärkt würden die großen Bahnhöfe und die Umgebung der Metro-Unterführungen kontrolliert. Eine besondere Rolle komme dabei Polizisten mit Fremdsprachen-Kenntnissen zu, die durch jeweils 15 studentische Dolmetscher im Juli und August verstärkt würden. Außerdem stehe die Notrufnummer 112 weiterhin anderssprachigen Ausländern zur Verfügung.

In Budapest hänge jeder 8. Arbeitsplatz mit dem Tourismus zusammen, sagte der Geschäftsführer der BTH Budapester Touristik Nonprofit GmbH, László Fekete. Die Grundbedingung des Fremdenverkehrs sei aber eine sichere Stadt. 2009 sei infolge der Wirtschaftskrise die Zahl der Gäste in Budapest um etwa zehn Prozent zurückgegangen, von Beginn dieses Jahres sei jedoch wieder ein Wachstum zu beobachten.