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Krisenstimmung in Ungarn

Die weltweite Wirtschaftskrise lässt auch in Ungarn deutliche Wirkung in der öffentlichen Stimmung spüren. Sie stürzte nach einer Umfrage des ungarischen Gallup Instituts im Vergleich zu allen früheren Erhebungen auf ihren schlechtesten Wert ab. Die Mehrheit hat das Gefühl, dass die Krise noch nicht ihren tiefsten Punkt erreicht hat, insbesondere aber in Ungarn nicht. Die EU als ganzes ist nach Ansicht von 31 Prozent der Befragten über das Schwerste hinweg, jedoch seien 55 Prozent der Meinung, dass es auch dort noch weiter nach unten geht. In Ungarn zeigen sich nur 15 Prozent optimistisch, während acht von zehn damit rechnen, dass sich die Lage weiter verschlechtern wird.

Hintergrund für den Zusammenbruch des Optimismus der Bevölkerung können die Wirkungen stehen, die dem Krisenprogramm der Regierung zugeschrieben werden. Insgesamt sind 32 Prozent der Ungarn der Meinung, dass die Maßnahmen des Pakets die materielle lage ihrer Familien grundlegend erschüttern. 43 Prozent rechnen damit, dass sie zwar noch von ihren Einkommen leben können, das Paket der Regierung aber ihre Position weiter verschlechtert.

Interviewer von Gallup hatten zwischen dem 2. und 8. Mai 1024 erwachsene Ungarn befragt.

Budapest beliebter Konferenzort

Ungarns Hauptstadt behauptet ihre Stellung als beliebter Konferenzort. Nach vorläufigen statistischen Angaben über das Jahr 2008 hielt sie ihren sechsten Platz unter den attraktivsten Tagungsorten, teilte die Ungarische Tourismus AG am Dienstag mit. Das Unternehmen bezieht sich dabei auf die International Congress & Convention Association (ICCA), die alljährlich eine Weltrangliste der Konferenzstädte auf Basis der Zahl internationaler Veranstaltungen nach Kriterien der Organisation veröffentlicht.

Budapest lag vor so bedeutenden Konferenzorten wie Brüssel, London und Prag. Die Stadt konnte 95 Veranstaltungen nach ICCA-Kriterien vorweisen, fünf mehr als im vorangegangenen Jahr. Platz eins teilen sich Wien und Paris, den zweiten Platz belegte Barcelona, während Singapur auf Platz drei kam.

Ministergehälter kräftig gekürzt

Minister in Ungarn erhalten schon vom nächsten Monat an bis zu 15 Prozent weniger Gehalt. Das beschloss das Parlament in Budapest am Montag mit 206 gegen 156 Stimmen. Dabei wurde das Gesetz über die zentralen Staatsorgane sowie die Rechtsstellung der Regierungsmitglieder und Staatssekretäre modifiziert. So hat der neue Ministerpräsident Gordon Bajnai freie Hand für Gehaltskürzungen. Außerdem werden der Regierungs-Chef, Minister und Staatssekretäre nicht mehr zu Jubiläumsprämien berechtigst sein. Diese Art der Zuwendungen bleibt nur noch für Fachstaatssekretäre erhalten.

Das neue Gesetz gehört zu einer Serie von Schritten, die die Bajnai-Regierung zur Sanierung der Haushaltslage und Wirtschaft in Ungarn ergreift.

Bei der parlamentarischen Abstimmung registrierten Beobachter überrascht, dass der Chef der stärksten Oppositionspartei Fidesz, Viktor Orbán, ebenfalls für die Regierungsvorlage stimmte, die von seiner Partei vehement abgelehnt wurde. Fidesz-Pressechef Bertalan Heves erklärte das Abstimmungsverhalten am Abend als „Irrtum“.

Brustwarze statt Warze operiert

Einem 17-jáhrigen Mädchen in Ungarn hat ein Chirurg anstelle einer Warze etwa ein Drittel der Brustwarze entfernt. Die Angelegenheit werde jetzt innerhalb von vier bis sechs Wochen überprüft, sagte die Hauptdirektorin und Chefärztin der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen von Pécs/Fünfkirchen (Baranya), Ágnes Kovács, nach Angaben der Unabhängigen Nachrichtenagentur. Der Bericht vom Sonntag bezieht sich auf Aussagen der Eltern des Mädchens. Sie könnten nicht verstehen, wie ein Arzt eine Warze mit einer Brustwarze verwechseln könne. Das Mädchen hatte sich an die Mediziner gewandt, weil sie die unmittelbar neben der Brustwarze befindliche Warze entfernen lassen wollte.

„Leider ist die Warze geblieben, hingegen wurde von der Brustwarze ein Stück herausgeschnitten, ein völlig gesundes Stück wurde entfernt“, erklärte die Mutter des Mädchens. Dies sei durch eine Gewebeuntersuchung festgestellt worden. Die Familie wandte sich an einen anderen Dermatologen, der bestätigte, dass die Warze nicht entfernt wurde. Die Untersuchung des Vorfalls habe bereits vor anderthalb Monaten begonnen und werde noch etwa ebenso lange andauern, sagte Kovács, Chefin des Chirurgen.