SAP stutzt Jahresprognose und mittelfristige Ziele

Die Corona-Pandemie bringt Europas größten Softwarehersteller SAP stärker in Bedrängnis als gedacht. Die Belebung der Nachfrage fiel auch wegen neuer Beschränkungen verhaltener aus als erwartet.

So rechnet das Management um Vorstandschef Christian Klein nun mit weniger Umsatz und Betriebsergebnis als bisher, wie der Dax-Konzern überraschend am Sonntagabend in Walldorf mitteilte.

Weil die Krise die Geschäfte mindestens bis Mitte kommenden Jahres belasten werde und die Wechselkurse sich zuletzt negativ entwickelt hätten, dürften sich auch die Zielsetzungen für 2023 bei Umsatz und Ergebnis um ein bis zwei Jahre verschieben. Zudem sorge der schnellere Umstieg von Kunden auf die Cloudversionen von SAP-Software für vier bis fünf Prozentpunkte weniger Marge. Zuvor hatte SAP versprochen, die bereinigte operative Marge (bereinigtes Ebit) von 2018 bis 2023 um rund 5 Prozentpunkte auf dann rund 34 Prozent steigern zu wollen.

In diesem Jahr rechnet SAP nun mit einem Gesamtumsatz von 27,2 bis 27,8 Milliarden Euro auf Basis konstanter Wechselkurse, das heißt zu Wechselkursen aus dem vergangenen Jahr. Vorher waren es 27,8 bis 28,5 Milliarden. Das Betriebsergebnis dürfte nun zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Euro landen statt zwischen 8,1 und 8,7 Milliarden.

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Zverev gewinnt auch zweites Turnier in Köln

Alexander Zverev hat auch das zweite ATP-Turnier in Köln gewonnen und ein kleines Stück Tennis-Geschichte geschrieben.

Durch das 6:2, 6:1 gegen den Argentinier Diego Schwartzman gewann Deutschlands bester Spieler auch das achte Match in zwei Wochen in der Domstadt und sorgte für ein Novum. Denn zum ersten Mal in der ATP-Geschichte wurden zwei direkt aufeinanderfolgende Turniere am selben Ort ausgetragen. Folglich hat auch nie zuvor ein Spieler zwei gewonnen.

Für Zverev ist es der 13. Titel bei 21 Final-Teilnahmen. Er erhält 13 320 Euro Preisgeld und 250 Weltranglisten-Punkte. Schwartzman, in der Weltrangliste als Neunter nur zwei Ränge hinter Zverev notiert, hatte diesen schon im Vorfeld als den «Unschlagbaren» bezeichnet. Allerdings gewann Zverev erst zum zweiten Mal beim vierten Duell der beiden.

Während Schwartzman nach zwei kräftezehrenden Matches in den Runden zuvor, müde wirkte, schien Zverev seine am Freitag erlittene Hüftverletzung kaum noch zu behindern. Der Hamburger schlug beeindruckend auf und beendete den ersten Durchgang in nur 38 Minuten. Auch im zweiten sorgte der Deutsche schnell für klare Verhältnisse. Nach 1:11 Stunden war das Match vorbei.

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Nach Corona-Wirbel: Werder und Hoffenheim mit Punkteteilung

Werder Bremen hat der Unruhe durch den positiven Corona-Test bei Felix Agu getrotzt und sich mit dem vierten Spiel ohne Niederlage in Serie erst einmal im oberen Tabellenmittelfeld festgesetzt.

Gegen Europa-League-Teilnehmer 1899 Hoffenheim kam der Fastabsteiger der vergangenen Spielzeit zu einem 1:1 (1:1) und hat nun schon acht Punkte auf dem Konto. Maximilian Eggestein brachte die Gastgeber bereits in der fünften Minuten in Führung, Dennis Geiger gelang noch vor der Pause der verdiente Ausgleich für die Gäste (22. Minute).

Die Bremer zeigten sich vom Corona-Wirbel der vergangenen Tage weitgehend unbeeindruckt. Nach einem positiven Test bei Neuzugang Agu hatte sich die komplette Werder-Mannschaft samt Betreuerstab vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Erst nachdem alle weiteren Tests negativ ausgefallen waren, wurde die Vorbereitung auf das Hoffenheim-Spiel wieder aufgenommen.

«Es ist schade, Felix hätte heute definitiv gespielt», sagte Trainer Florian Kohfeldt vor der Partie bei Sky. Der Fall hätte aber in der Mannschaft nicht Angst, sondern eher Nachdenklichkeit ausgelöst. «Wir waren sehr erleichtert, dass das Gesundheitsamt die Infektionskette nachvollziehen konnte», sagte Kohfeldt.

Und in der Tat merkte man den Gastgebern anfangs keine Verunsicherung an. Werder bestimmte zunächst die Partie und ging früh in Führung. Nach schöner Vorarbeit von Theodor Gebre Selassie traf Maximilian Eggestein per Flachschuss.

Doch die Hoffenheimer ließen sich vom schnellen Rückstand nicht beirren und übernahmen in der Folgezeit die Spielkontrolle. Die Gäste aus dem Kraichgau zeigten insgesamt die reifere Spielanlage und steckten auch zahlreiche personelle Rückschläge wett. Drei Tage nach dem Sieg in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad fehlten neben dem Corona-Trio Kasim Adams, Andrej Kramaric und Pavel Kaderabek auch Florian Grillitsch, der in dieser Woche Vater geworden ist, und Stammtorwart Oliver Baumann (Magenprobleme).

Für Baumann stand Philipp Pentke zwischen den Pfosten, war nach dem frühen Rückstand aber weitgehend beschäftigungslos. Stattdessen gelang Geiger auf Vorlage von Sebastian Rudy in der 22. Minute der verdiente Ausgleich für Hoffenheim. Kurz vor der Pause hätte Munas Dabbur die Gäste fast sogar in Führung gebracht, scheiterte aber an Werder-Torwart Jiri Pavlenka.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Hoffenheim zunächst am Drücker, ein Schuss von Geiger wurde im letzten Moment abgeblockt (49.). Danach verflachte die Partie allerdings. Den Gästen merkte man die Strapazen der Englischen Woche nun deutlich ab, den Hausherren fehlten vor allem offensiv die Mittel, um sich in Szene zu setzen. Zumal in Niclas Füllkrug der beste Bremer Torschütze der bisherigen Saison bereits vor der Pause mit Wadenproblemen ausgewechselt werden musste.

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