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Ungarn: Polizei verbietet Homosexuellen-Demonstration

Die Budapester Polizei hat eine für den 7. Juli angemeldete Homosexuellen-Demonstration in der ungarischen Hauptstadt nicht genehmigt. Der Marsch hätte auf der traditionellen Route vom Stadtwäldchen durch die Andrássy-Straße bis zur Alkotmány-Straße in der Nähe des Parlaments stattfinden sollen.

In diesem Jahr brachte die Behörde als Begründung vor, dass während der Veranstaltung der Verkehr auf anderen Straßen nicht zu sichern sei. Jetzt wollen sich die Organisationen zur Überprüfung der Entscheidung an das Hauptstädtische Gericht wenden, hieß es am Freitag in Medienberichten.

Die Organisatoren des Film- und Kulturfestivals der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen erklärten in einem Kommunique, dass die Polizei nicht zum ersten Mal einen solchen Umzug zu verhindern suche. Sie habe die Einschränkung des Versammlungsrechts auch in diesem Jahr mit der Verkehrslage begründet.

Amnesty International nannte es inzwischen bestürzend, dass die Polizei den für Juli geplanten Umzug verbot. Der Beschluss sei unverhältnismäßig und unbegründet, er berücksichtige nicht das Recht der Betroffenen auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung. Deshalb forderte die Organisation die Rücknahme des Beschlusses und erinnerte daran, dass das Gericht im vorigen Jahr eine ähnliche Entscheidung der Polizei kippte.

Auf der geplanten Route finden regelmäßig Sportveranstaltungen und Demonstrationen statt, so zuletzt eine Demonstration unter starker Beteiligung zur Unterstützung der Regierungspolitik, hieß es weiter. In den zurückliegenden Jahren hatten vor allem rechtsextreme Kräfte immer wieder Zusammensöße mit den Homosexuellen bei Demonstrationen provoziert. Dabei waren in der Regel starke Polizeikräfte im Einsatz.

Ostern beginnt fahrplanmäßige Schifffahrt in Ungarn

Pünktlich zum Ostersonnabend beginnt in Ungarn die Schifffahrtssaison. Am Balaton nehmen die Fahrgastschiffe auf den Routen Siófok-Balatonfüred-Tihany sowie Fonyód-Badacsony ihren fahrplanmäßigen Verkehr auf, der im Winterhalbjahr ruhte. Während der Vorsaison fahren die Schiffe zu Ostern sowie danach an Sonnabenden und Sonntagen, teilte die Balaton Schifffahrts AG mit. Ab 28. April werden beide Routen täglich bedient.

Ausflugsschiffe starten von Siófok, Balatonfüred, Keszthely und Badacsony aus auf den größten See Mitteleuropas. Außerdem nehmen auch die Wassertaxen ihren Betrieb wieder auf, die bis zur Hauptsaison an Wochenenden ihre Fahrgäste befördern.

Helikon Kulturfestival in Keszthely

Helikon Kulturfestival in Keszthely
Helikon Kulturfestival in Keszthely
Die Hauptstadt des Balaton ist auch in diesem Jahr wieder der Austragungsort des Helikon-Festivals – des größten Kulturfestivals für Schüler von Mittelschulen in Ungarn. Beim Festival vom 26.-28. April 2012 treten 4000 Schüler in 18 Kategorien auf: klassische Musik, Prosa, Gedichte, Folklore, Theater, Chor und leichte Musik. Eine Jury aus bekannten Künstlern des Landes bewertet die Auftritte.

Graf Georg von Festetics lud bereits im Jahre 1817 junge, ambitionierte Künstler aus dem Gymnasium, der Universität und der Musikschule von Keszthely, sowie Dichter und Schriftsteller aus ganz Transdanubien zu den ersten Helikon-Festspielen in den Park seines zauberhaften Schlosses ein. Er wollte seinen eigenen Musentempel schaffen und benannte das Kulturfestival nach dem Berg Helikon, der in der Antike als Sitz der Musen galt.

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IWF noch nicht zu Verhandlungen mit Ungarn bereit

Gegen die immer dringender werdenden ungarischen Erwartungen ist der Internationale Währungsfonds (IWF) noch immer nicht zu Verhandlungen über einen neuen Kredit mit Ungarn bereit. Das bestätigte sich auch am Mittwoch (4.4.) anlässlich des Besuchs des Beauftragten für die Verhandlungen, Minister Tamás Fellegi, in Washington.

Der Chef der IWF-Delegation, Christoph Rosenberg, werde sich mit dem Ungarn treffen, doch offizielle Verhandlungen über den neuen Kredit, seien in dieser Phase nicht zu erwarten, ließ der Währungsfonds die Nachrichtenagentur Reuters wissen. „Wie wir bereits früher erklärten, hängt der Beginn der Verhandlungen in vollem Maße von der ungarischen Regierung ab“, hieß es in der schriftlichen Mitteilung.

Offizielle Verhandlungen könnten dann beginnen, wenn die ungarische Regierung tatsächliche Schritte unternimmt und damit ihr festes Engagement in solchen politischen Fragen zeigt, die die makrowirtschaftliche Stabilität betreffen, stellte der IWF fest. Im Interesse erfolgreicher Verhandlungen sei die Unterstützung der EU-Behörden „kritisch wichtig“.

Vor genau einer Woche hatte das Pressebüro von Minister Fellegi die informellen Gespräche in Washington angekündigt. Sie sollten der damaligen Mitteilung zufolge die Vorbereitungen des Beginns von Kreditverhandlungen voranbringen.

Beobachter befürchten ein erneutes Abstürzen der Landeswährung Forint, sollten die Verhandlungen über einen neuen Kredit für Ungarn nicht bald beginnen. Dazu muss aber erst die EU-Kommission grünes Licht geben. Zwar liegen inzwischen in Brüssel neue Antworten aus Budapest zu den laufenden Vertragsverletzungs-Verfahren vor, dennoch ist deren Ausgang noch ungewiss. Der IWF macht aber seine Verhandlungsbereitschaft von der Entscheidung der EU-Kommission abhängig.