Nach mehreren anderen Orten in Südwestungarn bekommt nun auch die Kleinstadt Mohács ein Spaßbad. Der Vertrag über die Ausreichung von Fördermitteln wurde dieser Tage abgeschlossen, meldet die Regionalzeitung „Dunántúli Napló“ auf der Web-Site bama.hu. Wichtige Basis für das Vorhaben sind die Thermalwasservorräte unter der Stadt. Im kommenden Frühjahr soll der Bau neben dem Schwimmbad beginnen. Für die Realisierung des Projekts wurden 160 Millionen Forint (etwa 0,56 Millionen Euro) Fördermittel bereitgestellt, was etwa ein Drittel der geplanten Gesamtkosten bedeutet.
Geplant sind in unmittelbarer Donau-Nähe drei Erlebnisbecken, ein Planschbecken für die Kleinen sowie ein Wasserpielplatz. Die Ernergieversorgung soll teilweise durch Thermalenergie gesichert werden. Das 48 Grad warme Wasser kommt aus rund 700 Metern Tiefe.
Nachrichten
Fremdenverkehr in Ungarn stagniert
Die Krise im ungarischen Fremdenverkehr ist noch nicht überstanden. Das Zentrale Statistische Amt meldet am Donnerstag (9.9.) für die Monate Januar bis Juli dieses Jahres für die einzelnen Bereiche minimale Anstiege, Stagnation oder gar eine rückläufige Entwicklung. So war die Gästezahl in den kommerziellen Unterkünften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1 Prozent höher, die Zahl der Übernachtungen im Wesentlichen unverändert und die Preiseinnahmen der Unterkünfte stagnierten.
In den touristischen Zweigen machen sich Zeichen der Belebung nur wenig bemerkbar, während die Daten der Beschäftigung Verbesserung, die von Investitionen und Einkommen Verschlechterung zeigen. Ungeachtet des gestiegenen Realverdienstes im ersten Halbjahr sinkt die Inlandsnachfrage weiterhin, der Fremdenverkehr aus dem Inland sank selbst im Vergleich zur niedrigen Ausgangsbasis des Vorjahres. Dagegen belebte sich der Verkehr bei den ausländischen Gästen um 6 Prozent, was jedoch den Zweig nur in die Nähe des Ergebnisses im Jahr 2006 brachte. Der Umsatz der Gaststätten lag bei 96 Prozent des Vergleichswertes vom Vorjahr.
Neues Ziel für Haushaltsdefizit 2011
Nach der wenig aussagekräftigen Rede des Ministerpräsidenten am vergangenen Dienstag wurde die gestrige Mitteilung des Wirtschaftsministers György Matolcsy, im Jahre 2011 das Haushaltsdefizit auf weniger als 3% des GDP zu senken, bei den Analysten mit besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen. Obwohl die Fragen, wie das geschehen wird und ob bei der Verbesserung des Haushaltdefizits die Rentenkassen angerührt werden müssen, offen blieben, waren die Reaktionen von vielen Seiten recht positiv.
Ob aber der Markt diese Zielstellung schätzen wird, ist einerseits eine Frage der Zeit, hängt aber andererseits auch davon ab, ob die Regierung ihre widersprüchliche Kommunikation der letzten Monate, die viel an der Kompetenz und Glaubwürdigkeit der ungarischen Politik zweifeln ließ, einzustellen vermag.
Die positive Mitteilung hat sicherlich gute Auswirkungen auf die Bewertung des Landes, es bleibt aber abzuwarten, ob die Regierung weiterhin an der Einschränkung bzw. Aufhebung der privaten Rentenkassen festhält. Zur Verbesserung des Haushaltsdefizits ist die Reform des öffentlichen Sektors unerlässlich notwendig, um die Ausgaben zu senken.
Experten zufolge kann ein niedriges Defizit nur mit eiserner Haushaltsdisziplin erreicht werden, was bedeutet, dass der Staatshaushalt 2011 nicht mehr ausgeben dürfte wie in diesem Jahr. Ob dabei noch Raum bleibt für die zugesagten Steuersenkungen ist bisher nicht abschätzbar.
Roma-Morde in Ungarn angeklagt
Nach einer Serie von Mord-Anschlägen auf Roma in Ungarn hat die Hauptstaatsanwaltschaft des Komitats Pest am Mittwoch (8.9.) die Anklageschrift vorgelegt. In dem etwa 90 Seiten langen Dokument wird festgestellt, dass die Angeklagten den Roma gegenüber feindlich gesinnt waren, da jeder von ihnen persönliche Konflikte mit Vertretern der Minderheit hatte, berichten ungarische Medien. Sie sind jetzt des Mordes an mehreren Menschen und anderer Straftaten angeklagt. Hinzu kommen in der Gruppe verübter Raub sowie Missbrauch von Schusswaffen und Munition. Außerdem werden einzelnen mutmaßlichen Tätern noch unterschiedliche Straftaten zugeordnet.
Die Anklageschrift stellt fest, dass drei Angeklagte Ende des Jahres 2007, Anfang 2008 zum Entschluss kamen, die „Herstellung der Ordnung“ in die eigenen Hände zu nehmen, bewaffnete Angriffe auf Roma-Häuser zu unternehmen, um bei den Bewohnern Angst zu erzeugen beziehungsweise auf die „Probleme“ aufmerksam zu machen. Grund: Die Justiz versehe ihre Aufgaben nicht richtig in Verbindung mit den von Roma begangenen Straftaten.
Das Nationale Ermittlungsbüro hatte in einem Verfahren über neun Straftaten die Anklage vorbereitet. Die vier mutmaßlichen Täter waren am 21. August vorigen Jahres in einem Nachtlokal in Debrecen festgenommen worden. Den vier Männern wird eine Serie von Überfällen zur Last gelegt, bei denen an verschiedenen Orten des Landes sechs Menschen getötet und zahlreiche Menschenleben gefährdet wurden.
