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Milchbauern in Ungarn: Kuhmist gegen Agrarpolitik

Mit drastischen Mitteln haben ungarische Bauern gegen den Verfall der Milchpreise protestiert. Auf dem Parkplatz der Logistikzentrale der Handelskette TESCO in Herceghalom (Komitat Pest) schütteten Milchproduzenten ein Gemisch von Kuhmist und 14 Tonnen billiger Importmilch aus, berichtet die Zeitung „Zalai Hírlap“. Vor dem Gebäude des Landwirtschaftsministeriums in Budapest demonstrierten sie mit abgeschnittenen Rinderköpfen, um ihre Wut über die aussichtslose Lage der Milchproduktion Luft zu machen. Auch in weiteren Städten wie Győr, Szeged und Pécs demonstrierten die Milchbauern.

Der stellvertretende Präsident des Produktrates für Milch Miklós Istvánfalvi sagte, es sei unhaltbar, dass das Ministerium und die Agrarführung der Europäischen Union nichts unternehmen zur Verbesserung der Lage des Zweiges. Die Milchwirtschaft in Ungarn könne bald vollständig verschwinden, wenn der Handel Einfuhr und Verkauf billiger Importerzeugnisse fortsetze und die ungarische Milch um 45 bis 90 Prozent über dem Aufkaufpreis in die Regale stelle. Ziel der Proteste sei nicht eine Erhöhung der Verbraucherpreise, sondern die gerechte Verteilung des Gewinns. Derzeit erhalte der Produzent nur 55 Forint für einen Liter Milch, während die Molkerei dafür 124 Forint vom Handel bekommt, der sie wiederum für 250 Forint verkauft.

Schmuggel von Zigaretten in Ungarn aufgeflogen

Einem Fall von Zigarettenschmuggel in großem Stil ist der Zoll in Ungarn auf die Spur gekommen.Bei einer Kontrolle fanden die Beamten in einem von drei inspizierten Lastzügen unverzollte Glimmstengel im Marktwert von rund 460 Millionen Forint (knapp 1,7 Millionen Euro). Den Begleitpapieren zufolge sollten die Lkw Papierhandtücher für Großbritannien an Bord haben, teilte der Zoll am Wochenende mit. 22994 Stangen Zigaretten kamen bei der Kontrolle zum Vorschein. Die Beamten beschlagnahmten die Ware und leiteten ein Verfahren wegen Hehlerei mit Konsumsteuer ein. Ein großes Ermittlerteam soll unter anderem feststellen, wen der begründete Verdacht auf die Straftat trifft und wann die unter der Schmuggelware entdeckten Zigaretten ohne Banderole auf das Gebiet Ungarns geliefert wurden.

Schwangere in Ungarn an Schweinegrippe erkrankt

Auf der Intensivstation der Klinik für innere Krankheiten in Szeged (Komitat Csongrád) kämpfen Ärzte um das Leben einer schwangeren Frau, die an der Schweinegrippe erkrankt ist. Das berichten laut sonline.hu ungarische Medien am Wochenende. Zwar wollte Ungarns oberster Amtsarzt, Ferenc Falus, die Information über den Ort nicht bestätigen, sagte jedoch, dass es in Ungarn einen solchen Fall gebe. Der Zustand der Patientin sei weiterhin kritisch. Bisher seien in Ungarn fünf Todesfälle gemeldet, die auf das H1N1-Virus zurückzuführen sind. Bei der Schwangeren handele es sich um den ersten Fall einer werdenden Mutter mit Schweinegrippe. Sie leide an keinen anderen Krankheiten und werde auf einer Intensivstation behandelt.

Ungarn: Strafe für impffeindliche Ärzte

In Ungarn können Ärzte zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie eine Impfung gegen Schweinegrippe grundlos verweigern. Das berichtet der private Rundfunksender InfoRadio am Samstag unter Berufung auf die stellvertretende oberste Amtsärztin Kornélia Molnár. Hausärzte würden ihren Vertrag mit der Krankenkasse brechen, wenn sie Patienten die Impfung ausreden. Der Leiter der Hausärzte-Sektion in der ungarischen Ärztekammer, Aurél Kertai meinte, mit Ausnahme einer Allergiegefahr könne kein einziger Arzt die Verabreichung der Schutzimpfung gegen die Grippe neuen Typs verweigern.

Nach Aussage von Amtsärztin Molnár hätten die Hausärzte auch nicht das Recht, an der Wirksamkeit des Vakzins zu zweifeln. Der Impfstoff habe vor der Anerkennung eine auch international anerkannte Testserie durchlaufen und werde den Vorschriften gerecht. Sollte jedoch der Gesundheitszustand eines Patienten gegen die Impfung sprechen, sei das ein ausreichender Grund, sie nicht zu geben.