Ungarn: Erhöhte Sterblichkeit durch Hitzewelle – 500 Todesfälle

Budapest – Die extreme Hitze hat in Ungarn die Sterblichkeit deutlich erhöht. In der mittleren Region des Landes starben 30 Prozent mehr Menschen als in einem Sommerzeitraum mit durchschnittlichen Temperaturen, teilte die amtsärztliche Landesbehörde am Montag mit. Im ganzen Land trug die Hitze zum vorzeitigen Tod von etwa 500 Menschen bei.

Die Behörde bezieht sich in ihrer Mitteilung auf die Zeit zwischen dem 15. und dem 22. Juli, innerhalb der in einem großen Teil Ungarns die Tagesmitteltemperatur fünf Tage lang über 30 Grad lag. In den letzten 30 Jahren habe sich gezeigt, dass über 27 Grad die Sterblichkeit in größerem Umfang zunimmt.

Während der Hitzewelle habe es dennoch weniger Todesfälle gegeben, als statistisch zu erwarten war. Dies sei auch der aufopferungsvollen Arbeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu danken, nachdem die Behörde Hitze-Alarm ausgerufen hatte. Die Zahl der Todesfälle ist der Mitteilung zufolge auch bedeutend unter der in den Mittelmeerländern in den Jahren 2003 und 2006 geblieben.

Immer mehr kostenlose Bademöglichkeiten am Balaton

Siófok – Die Balaton-Urlauber finden am Südufer des Sees immer mehr kostenlose Bademöglichkeiten. Neben den bisher schon freien Badestellen haben nun auch einige Bäder, bei denen gezahlt werden musste, die Eintrittskarten abgeschafft, berichtet das Unabhängige Balaton Multimedia Zentrum unter Berufung auf „Népszabadság“. Mancherorts müsse auch für das Parken nicht mehr gezahlt werden.

Am Nordufer dagegen müssen für die meisten Bäder Tickets gelöst werden. Nach Aussage der örtlichen Selbstverwaltungen ist die Unterhaltung des Ufers kostpieliger. An den südlichen Stränden des „ungarischen Meeres“ wartet beispielsweise in Siófok, Szemes, Zamárdi, Boglár, Fonyód, Máriafürdő und Fenyves mindestens ein, meist jedoch mehrere eintrittsfreie Bäder ihre Gäste. Am Nordufer kostet in Badacsony, Révfülöp, Keszthely, Tihany, Alsőörs, Almádi, Csopak, Udvari und Szigliget ein Ticket 300 bis 350 Forint (1,20 bis 1,40 Euro), mitunter sogar noch mehr.

Digitales Funksystem unterstützt Rettungskräfte am Balaton

Siófok – Der Wasserrettungsdienst am Balaton hat wirksame technische Unterstützung bekommen. Er ist jetzt an das Einheitliche Digitale Funksystem angeschlossen, das auch von der Wasserpolizei am „ungarischen Meer“ genutzt wird, berichtet das Internet-Portal des Unabhängigen Balaton Multimedia Zentrums.

Bei der Polizei sind die neuen Funkgeräte auch in spezielle Rettungsschiffe und in alle Autos eingebaut. Nach Einrichtung eines Funkortungs-Systems kann die Dispatcherzentrale auch stets den jeweiligen Standort ihrer Rettungsschiffe feststellen und bei einem Unglück das am nächsten befindliche zum Einsatz schicken. Das beschleunigt die Rettungsmaßnahmen und erhöht die Chancen gefährdeter Personen.

Ein Großteil der Wasserunfälle steht im Zusammenhang mit stürmischem Wetter. Jährlich rettet die Wasserpolizei in Zusammenarbeit mit dem Wasserrettungsdienst und dem Taucherdienst rund 200 Menschen aus dem Balaton.

Balaton fordert zwei weitere Opfer

Siófok – Der wegen seiner Gefahren oft unterschätzte Balaton hat am Sonntag zwei weitere Opfer gefordert. Am Sonntagfrüh fanden Badegäste in Balatonboglár einen 47-jährigen Mann aus Villány tot im Wasser, teilte der Komitats-Polizeisprecher von Somogy, Gábor Bíró, der „Balaton Zeitung“ mit. Der Mann war nicht als vermisst gemeldet, daher gab es vorläufig keine Erkenntnisse darüber, wann er zum Baden aufgebrochen war.

Am Nachmittag nach 15.00 Uhr starb ein 18-jähriger Jugendlicher aus Budapest im Plattensee. Er war mit einer Gruppe baden gegangen und dabei ums Leben gekommen, sagte der Sprecher weiter. In der Zeit galt die Sturmwarnung Stufe II, bei der das Baden im Balaton grundsätzllich verboten ist. In beiden Unglücksfällen werden die Ursachen polizeilich untersucht.

Insgesamt sind damit in der zurückliegenden Woche sechs Menschen im Balaton zu Tode gekommen. Die Polizei weist in dem Zusammenhang noch einmal auf die Vorschriften hin, die Unglücke im größten Binnengewässer Mitteleuropas verhindern sollen. Dazu gehört das Badeverbot bei Sturm, aber auch die Einhaltung der gekennzeichneten Entfernung vom Ufer beim Baden.

Vielfältige Programme für Balaton-Urlauber in der neuen Woche

Siófok – Eine Vielzahl abwechslungsreicher Programme erwartet die Urlauber in der bevorstehenden Woche rund um den Balaton, berichtet das Unabhängige Balaton Multimedia Zentrum. Zwei Wochen lang dauern die Badacsonyer Weinwochen, die bereits am Freitag begonnen haben. Vonyarcvashegy bei Keszthely empfiehlt vom 27.-29. Juli ebenfalls ein Weinfest, bei dem es außer Getränken auch einen Straßenball, Volkstanz und Operettenkonzerte gibt. In Keszthely selbst wird es jeden Abend nach 20.00 Uhr auf in der Fußgängerzone unterhaltsam. Am Dienstag treten Bauchtänzer auf, am Donnerstag kommen Anhänger der Rockmusik auf ihre Kosten. Auch Balatonszemes, Balatonakarattya, Balatonföldvár, Zamárdi und andere Orte warten mit bunter Unterhaltung auf.