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Ungarn: Urteil verbietet Ausländer-Diskriminierung

Das Heilbad im südungarischen Kurort Harkány muss die Diskriminierung ausländischer Rentner sofort beenden und ihnen die gleichen Eintrittspreise wie Rentnern des eigenen Landes garantieren. Das Hauptstädtische Gericht bestätigte mit seinem Urteil am Donnerstag (8.4.2010) einen Beschluss der Gleichstellungsbehörde in Budapest vom 24. September vorigen Jahres, gegen den das Heilbad erfolglos geklagt hatte. Darin war das Bad wegen der diskriminierenden Behandlung von Rentnern aus dem Ausland zur Zahlung einer Strafe von 1,5 Millionen Forint (etwa 5600 Euro) verpflichtet worden. Ab sofort gilt für Ausländer, die ihren Rentnerausweis vorweisen, die gleiche Ermäßigung, die ungarischen Altersrentnern und Behinderten gewährt wird.

(Weitere Details in unserer Mai-Ausgabe)

Ungarn – Eines der ungesündesten Länder

Ungarn gehört nach Aussage des ungarischen WHO-Koordinators Zsófia Pusztai zu den ungesündesten Ländern der Welt. Im Land an der Donau wird zu viel und zu fett gegessen, es wird getrunken, geraucht und die Budapester Autofahrer achten nicht auf die Radfahrer, geben ungarische Medien die Aussagen Pusztais zum Weltgesundheitstag wieder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) startete anlässlich dieses Tages eine große Kampagne, bei der in tausend Städten die Plätze für die Gesundheit offen stehen.

Die gesundheitliche Situation in Ungarn sei nach internationalen Maßstäben noch immer sehr schwach. Sie bleibe weit hinter dem zurück, was man von einem Land auf dieser sozialökonomioschen Entwicklungsstufe erwarten könnte. In Ungarn spielten unter den Todesursachen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen die führende Rolle. Unter den Männern Ungarns ist der Anteil der Krebskranken der höchste im Weltmaßstab. In der EU könnten neben Ungarn auch Bulgarien und Rumänien unter die ungesündesten Länder eingeordnet werden.

Zankapfel Parkgebühr – Klagen überschwemmen Gericht

Der Vorgang klingt kurios, hätte aber im ungünstigsten Fall zur Handlungsunfähigkeit eines Gerichts in Ungarn führen können. Die Richter mussten unter der Last von 20 000 Klagen fast ersticken, bei denen es in der überwältigenden Mehrheit um das Parken im Komitatszentrum Pécs (Baranya) ging. Grund für den schier unübersehbaren Berg von anhängigen Forderungen an Parksünder war das Näherrücken der auf fünf Jahre bestimmten Verjährungszeit. Täglich gab es laut Stadtgericht acht bis zehn Verfahren. Die Zivilrichter erledigten so im vorigen Jahr 51,7 Prozent mehr Verfahren als 2008. Damit gelang es dann, der Klageflut Herr zu werden und auch die „normalen“ Fälle zu lösen. Relativ wenige Änderungen von Urteilen durch das Oberste Gericht zeugen auch von guter Urteilsqualität ungeachtet des heftigen Ansturms.

Ungarn restauriert Stätte nationalen Gedenkens

Die Stätte des Gedenkens an die wohl bedeutendste nationale Niederlage, die verlorene Schlacht gegen die Türken im Jahre 1526, erhält ein neues Antlitz. Die schon seit längerem geplanten Arbeiten sollen nun im kommenden Sommer beginnen, teilte die Direktion des Nationalparks Donau-Drau mit, zu dem das Feld der Erinnerung in Sátorhely (Komitat Baranya) gehört. Die Mittel kommen aus einer erfolgreichen Ausschreibung auf dem Gebiet des Tourismus. Dabei machte die Regierung eine Ausnahme, denn momentan gilt bis zu der Parlamentswahl am 11. April und der anschließenden Regierungsbildung ein Moratorium für die Vergabe von Fördermitteln.

(Weitere Informationen in unserer Mai-Ausgabe)