Balaton Zeitung E-Paper Banner

Ungarn: Weinkonsum steigt trotz Krise

Die Wirtschaftskrise kann dem Weinkonsum in Ungarn nichts anhaben. Er ist ungeachtet der schwierigen Wirtschaftslage weiter gestiegen, ergab eine Untersuchung der Marktforscher von GfK Hungária, die jetzt veröffentlicht wurde.

Wein gilt als das Nationalgetränk, heißt es in dem Bericht, zu jedem Anlass spielt Wein eine herausragende Rolle. Annähernd die Hälfte der Bevölkerung über 18 Jahre kann als Weinkonsument angesehen werden. Im Laufe der Woche trinke etwa ein Fünftel der Ungarn Wein, während jeder zweite Ungar nie von diesem alkoholischen Getränk Gebrauch macht. Dabei steige jedoch die Zahl derer, die mehrmals in der Woche Wein trinken, mit zunehmendem Alter stetig an. Von den Ungarn, die Wein ablehnen, trinkt etwa die Hälfte überhaupt nicht, die andere Hälfte lehnt nur den Wein ab.

Die Kultur des Weintrinkens ist der Untersuchung zufolge sehr unterschiedlich, jedoch entwickelte sich erst in den letzten Jahren eine bewusste, anspruchsvollere Konsumentenschicht.

„Infolge der Krise hat sich die Menge der zum häuslichen Konsum gekauften Menge Wein nicht verringert, nach Angaben des ersten Halbjahres stieg sie leicht, um etwa 5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres“, heißt es. „Dieser Anstieg ist jedoch nicht dem Absatz der Flaschenweine zu danken, die die größte Menge ausmachen, sondern dem Verkauf der billigeren Erzeugnisse in Kunststoffflaschen und Kanistern. Der Einkauf dieser Weine zeigt gleichermaßen in Geschäften mit großer Fläche und bei den Kleinproduzenten ein Wachstum“, sagte der Manager für Marktentwicklung von GfK Hungária, Zoltán Sánta.

Siebenjähriger Junge in der Donau ertrunken

Ein siebenjähriger Junge ist am Mittwoch bei Tököl (südlich von Budapest) in der Donau ertrunken, berichtet die Polizei des Komitats Pest. Seine Mutter war mit ihm baden gegangen. Als das Kind im Wasser verschwand, konnte sie ihm nicht helfen. Nach etwa einer Stunde fanden Taucher den Jungen, jede Hilfe kam aber zu spät. Die Polizei von Szigetszentmiklós prüft in einem Verfahren die Umstände des Falles.

Roma-Morde in Ungarn: Polizei präsentiert Aufklärung

Die seit mehr als einem Jahr anhaltende Serie von Morden an Roma in Ungarn scheint gestoppt. Das Nationale Ermittlungsbüro, das mit 120 Ermittlern an der Lösung der aufsehenerregenden Verbrechen mit rassistischem Hintergrund arbeitete, erwartet im Moment keine weiteren Tatverdächtigen. Es legt sich damit auf die vier inhaftierten Männer im Alter zwischen 28 und 42 Jahren fest, die am vergangenen Freitag in einer konzertierten Polizeiaktion in einem Nachtklub der ostungarischen Komitatsstadt Debrecen gefasst wurden. Das teilte das Ermittlungsbüro am Montag in Budapest mit.

Bei den Ermittlungen soll die Serie von Verbrechen aufgeklärt werden, die an insgesamt neun Tatorten begangen wurden. Dabei gab es sechs Todesopfer und fünf Verletzte. Darüber hinaus war das Leben von 55 Menschen bedroht.

Zwei der Tatverdächtigen bringt die Polizei mit den Anschlägen an allen neun Tatorten in Verbindung. Zwei weiteren wird die Beteiligung an jeweils einem Mordanschlag vorgeworfen. Bei dem einen in Galgagyörk wurden zwar mehrere Schüsse auf ein Einfamilienhaus abgegeben, es kam aber niemand zu Schaden. Bei dem anderen in Tiszalök wurde nur ein Schuss abgegeben und damit ein Mann niedergestreckt, der gerade aus seinem Haus trat.

Die Mitarbeiter des Nationalen Ermittlungsbüros konnten die Tatverdächtigen durch Datenanalysen und andere Ermittlungsmaßnahmen aufspüren. Unter anderem prüften sie das Material von 1300 Gewalttaten, holten in mehr als 100 Fällen Expertenmeinungen ein und sichteten vier Millionen Daten aus dem Telefonverkehr. Rund 1,5 Millionen Angaben über Kraftfahrzeuge wurden geprüft. An mehreren Tatorten wurden DNA-Spuren gesichert, die mit der DNA von zwei Tatverdächtigen übereinstimmen.

Hausdurchsuchungen nach den Festnahmen brachten mehrere Schusswaffen sowie 140 Stück Munition unterschiedlichen Typs, Kalibers und verschiedener Produktion zu Tage. Die Waffen weisen mit den bei den Morden verwendeten Übereinstimmung auf. Die Untersuchungen durch Experten dauern jedoch noch an.

Außerdem wurde Kartenmaterial beschlagnahmt. Darauf waren die Orte früherer Anschläge sowie andere Schauplätze gekennzeichnet, sagte der Chef des Ermittlungsbüros, Attila Petőfi. Die mutmaßlichen Täter kommen aus Debrecen und Umgebung, sind Konditor, Soldat und Tontechniker von Beruf.

Weniger Verkehrsunfälle in Ungarn

Die Lage auf Ungarns Straßen hat sich offenkundig deutlich verbessert. Im ersten Halbjahr 2009 gab es 9 Prozent weniger Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtet das Zentrale Statistische Amt am Montag. Auch die Folgen waren weniger schwer. So war die Zahl der tödlichen Unfälle um 4, die mit schweren Verletzungen 13 Prozent geringer. Insgesamt starben 403 Menschen bei Verkehrsunfällen in dem Zeitraum, 13 weniger als zuvor. Allerdings konnte die Zahl der Unfälle unter Alkohol nur um 1 Prozent gesenkt werden.