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Ungarn: Kriminelle Bande ausgehoben

Budapest – Ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität ist dem Nationalen Ermittlungsbüro Ungarns gelungen. Es ermittelte zehn Verdächtige, von denen neun in Untersuchungshaft genommen wurden, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Vier von ihnen sollen am 8. April dieses Jahres das im Bau befindliche Wohnhaus des Parlamentsabgeordneten und Bürgermeisters von Esztergom und dessen Dienstwagen in Brand gesteckt haben. Die restlichen gelten als Tatbeteiligte, stellte die Behörde in ihrem abschließenden Bericht fest, in dem sie die Anklage-Erhebung vorschlägt. Sie begründet dies mit dem Verdacht auf eine gemeingefährliche Straftat in einer kriminellen Vereinigung.

Im Laufe des Verfahrens seien im Zusammenhang mit dem Kreis der Verdächtigen mehrere schwere, serienmäßige Straftaten ans Licht gekommen, darunter Erpressung, Betrug, Missbrauch von Schusswaffen oder Munition sowie Missbrauch von Drogen. Entsprechende Strafverfahren liefen bereits, hieß es weiter.

IWF-Kredit spaltet Ungarn

Der IWF-Kredit zur Stützung der ungarischen Wirtschaft gegen die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise spaltet die Ungarn faktisch in zwei Lager. Zwar zeigt sich die Mehrheit damit einverstanden, dass Ungarn sich an den Währungsfonds um Hilfe wandte. Doch geteilter Meinung sind sie darüber, ob die gewährte Hilfe dem Land zum Vorteil oder Nachteil gereicht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Median, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Konkret zeigten sich 63 Prozent der Befragten mit dem Hilfeersuchen einverstanden. Nur jeder zweite Befragte war der Meinung, dass die IWF-Mittel dem Land zum Vorteil gereichen, während ein knappes Drittel darin einen Nachteil sehen. Die meisten Wähler (64 Prozent) der größten Oppositionspartei (Fidesz) nannten es eine Schande, dass das Land in eine Situation geriet, in der es Hilfe von außen braucht. Von allen Befragten teilen 42 Prozent diese Ansicht.

Ungeachtet der internationalen Hilfe meinen die meisten, dass die Finanzkrise in Ungarn bis zu einem Jahr (27 Prozent) oder noch länger dauern kann. Als Auswirkungen sieht die Bevölkerung zahlreiche negative Folgen wie Anstieg der Arbeitslosigkeit (96 Prozent), Verlust an Kaufkraft der Einkommen (90 Prozent) und Bankrott vieler Betriebe (89 Prozent) voraus.

Auslandsdeutsche treffen sich in Pécs

Die Lage der deutschen Nationalität in einigen europäischen Staaten steht bei einem mehrtägigen Treffen im südungarischen Komitatszentrum Pécs/Fünfkirchen zur Diskussion. Leiter der deutschen Verbände aus Rumänien, Serbien, Kroatien, Ungarn und Italien (Südtirol) kommen dabei zusammen, um sich zu Fragen der Kultur, Bildung sowie Interessenvertretung der Nationalität und Minderheitenpolitik auszutauschen. Das teilte der Verband der Braunauer Deutschen Selbstverwaltungen am Dienstag mit, der zu dem internationalen Treffen von Donnerstag bis Sonntag dieser Woche eingeladen hat.

Ziel sei es, Bedingungen und Chancen in diesen Bereichen zu erschließen und Anknüpfungspunkte zwischen den Deutschen der beteiligten Länder zu finden. In einem Rahmenprogramm zeigen deutsche Kulturgruppen aus Ungarn und dem Ausland ihr Können. Das Treffen gilt als offizieller Bestandteil der Vorbereitungen auf das Programm der Kulturhauptstadt Europas Pécs 2010.

Pécs – Auszeichnung als „Lebenswerte Stadt „

Mit einem zweiten Preis hat sich das südungarische Komitatszentrum Pécs/Fünfkirchen im internationalen Wettbewerb International Liveable Communities Awards (LivCom Awards) hervorragend geschlagen. Mehr als 30 Städte aus aller Welt hatten sich zwischen dem 6. und 10. November in der südchinesischen 6,5-Millionen-Stadt Dongguan vorgestellt. Vizebürgermeister Bertalan Tóth nahm den Preis in der Kategorie der Städte zwischen 75 000 und 200 000 Einwohnern für die Kulturhauptstadt Europas 2010 entgegen, geht am Montag aus einer Pressemitteilung der Kommune hervor.

Sieben Städte waren in dieser Kategorie gestartet, wobei Pécs nur dem englischen Broadland den Vortritt lassen musste. Ungarn war noch durch Eger vertreten, dessen Delegation zwar ohne Preis nach Hause zurückkehrt, jedoch auf eine bronzene Bewertung stolz sein kann.

Die LivCom Awards wurden 1997 durch das UN Umweltprogramm ins Leben gerufen und sind weltweit der einzige Wettbewerb, der sich auf die beste Praxis des Managements für die lokale Umwelt konzentriert. LivCom soll die Qualität des Lebens der Bürger durch die Schaffung „lebenswerter Kommunen” verbessern.