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Vierjähriger stirbt in Ungarn nach Mandeloperation – Polizei ermittelt

Ein vierjähriger Junge ist in der Komitatsstadt Kaposvár nach einer Mandeloperation gestorben. Am 23. November war das Kind im Ausbildungs-Krankenhaus „Kaposi Mór“ operiert worden, berichtet am Donnerstag das Polizeipräsidium des Komitats. Zwei Tage später wurde es nach Hause entlassen, wurde jedoch einen weiteren Tag danach wieder in dieses Krankenhaus gebracht.

Die Eltern klagten darüber, dass das Kind weder isst noch trinkt. Auf der Kinderstation sollte es dann wegen seines Wasserhaushalts behandelt werden. Dabei traten massive arterielle Blutungen auf. Eine zwölfstündige Intensivbehandlung mit wiederholter Wiederbelebung konnte jedoch das Kind nicht retten. Der Junge starb in den frühen Morgenstunden des 28. September.

Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Gefährdung mit Todesfolge auf. Auch die Leitung des Krankenhauses ordnete eine umfassende Untersuchung an.

Diagnose: Gesundheit der Ungarn erschreckend schlecht

Die Ungarn befinden sich mit ihrem Gesundheitszustand weit unter dem EU-Durchschnitt. Ein Bewohner des Landes hat doppelt so hohe Aussichten, an Krebs zu sterben. Beim Herzinfarkt liegt die Möglichkeit dreimal, bei Schrumpfleber sechs mal so hoch wie in den anderen Ländern der Europäischen Union.

Dies stellte die Universität Deberecen in einer Untersuchung fest, die der Dekan der Fakultät für Volksgesundheit, Róza Ádány, nach einem Bericht des Privatsenders InfoRádió vorstellte. Es handelt sich dabei um die ersten Ergebnisse eines Programms für 340 Millionen Forint (etwa 1,4 Millionen Euro), in dessen Mittelpunkt Forschungen über Vorbeugung der bedeutendsten Krankheiten vom Gesichtspunkt der Volksgesundheit stehen.

Bei Frauen unter 65 Jahren werden Todesfälle zu 40 Prozent von Geschwulsterkrankungen verursacht. Bei Männern liegen Herz/Kreislauf-Erkrankungen und Krebs gleichauf an der Spitze der Todesursachen, gefolgt von Krankheiten des Verdauungssystems.

Das „Jedlik Ányos Programm“, das die Forschungen ermöglicht, soll die Tendenzen bei den Todesursachen stoppen helfen. Nach Aussage Ádánys reicht das Programm von der Grundlagen- bis zur angewandten Forschung.

Balaton wird abgezapft

Der Balaton wird von diesem Donnerstag an verstärkt zur Ader gelassen. Seit Mitte November liegt sein Wasserspiegel über der Obergrenze des Regulierungsbereichs, der Anfang September auf 95 Zentimeter festgelegt worden war, berichtet das Internetportal Unabhängiges Balaton Multimedia Zentrum unter Berufung auf sonline.hu. Momentan liegt der Wasserstand bei 100 Zentimeter.

„Damit die Niederschläge des Winters und die Zuflüsse sicher aufgenommen werden können, öffnet die Direktion für Umweltschutz und Wasserwesen des Mittleren Transdanubiens am 29. November die Schleusen“, teilte die Behörde mit. Bei Vereisung und starkem Wind könnte im Winter sonst die Gefahr von Überschwemmungen des Ufers bestehen. Bisher habe es keine Probleme am südlichen Ufer gegeben. Die Aktion wird voraussichtlich noch vor dem 20. Dezember abgeschlossen.

Ungarin tötet zwei Neugeborene

Eine 36-jährige Ungarin hat in ihrem Haus bei Budapest zwei Neugeborene getötet, berichtet die Polizei des Komitats Pest am Montag. Der Landes-Rettungsdienst hatte bereits vorigen Mittwoch (21.11.) die Polizei benachrichtigt, nachdem sie in einem Einfamilienhaus in der Gemeinde Sülysáp die Frau mit starken Blutungen, offensichtlich nach einer Geburt vorfanden.
Zunächst war bei den Ermittlungen angenommen worden, das Baby sei nach der Geburt im Kamin verbrannt worden. Untersuchungen ergaben jedoch, dass es sich bei den dort gefundenem Material nicht um menschliche Überreste handelte. Später gestand der Ehemann, das Neugeborene zwischen Büschen auf einem Kornfeld vergraben zu haben. Außerdem stießen die Ermittler im Keller des Hauses auf einen Nylonsack mit Knochen eines weiteren Neugeborenen.