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Vier mutmaßliche Täter bei Roma-Mord

Vor gut einem Jahr wurden in Pécs beide Eltern einer Roma-Familie mit einer Handgranate in ihrem Haus getötet. Jetzt legte die Polizei ihr Ermittlungsergebnis der Anklagebehörde vor. Vier mutmaßliche Täter – drei Männer und eine Frau – werden sich danach voraussichtlich für die Bluttat vom November 2008 vor Gericht verantworten müssen.

Den mutmaßlichen Tätern wird begründeter Verdacht auf geplanten mehrfachen Mord und weitere Straftaten vorgeworfen. Bereits im Frühjahr vorigen Jahres waren ein Vertreter der Roma-Minderheit des Dorfes Kővágószőlős nahe Póecs und ein ehemaliger Polizist verhaftet worden. Monate später nahm die Polizei einen Mann, der nach Informationen der Zeitung „Dunántúli Napló“ die Granate geworfen haben soll, und eine Frau fest. Den Tätern droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Fall, der seinerzeit in ganz Ungarn viel Aufsehen erregt hatte, gehört offenbar nicht zu der Serie von Morden an Roma. Dafür soll eine Todesbrigade verantwortlich sein, die seit dem 21. Juni 2008 innerhalb von 13 Monaten bei neun Angriffen sechs Roma tötete und mehrere Häuser schwer beschädigte. Den vier ermittelten Mitgliedern droht ein Indizienprozess.

Nachbar in Siófok niedergestochen – Urteil

Ein 73 Jahre alter Ungar aus Hessen hat in Siófok seinen 42-jährigen Nachbarn niedergestochen und ist deshalb vom Komitatsgericht Somogy rechtskräftig zu anderthalb Jahren Gefängnis mit drei Jahren Bewährung verurteilt worden. Der Rentner verbringt regelmäßig die Sommer am Balaton, sagte Gerichtssprecher Attila Vadócz der Balaton Zeitung.

Die Probleme begannen, als eine Familie mit Kind in die Nachbarschaft zog. Der 16-jährige Junge spielte nach Ansicht des Rentners zu laut Fußball und beschädigte den Zaun zwischen beiden Grundstücken. Als „Gegenmaßnahme“ machte der Mann aus Hessen regelmäßig die Bälle des Jungen kaputt, die auf sein Gebiet flogen.

Der Streit eskalierte, als er den Jungen beim Fahrradfahren vor seinem Haus abfing und ihm Schläge androhte. Der berichtete das seinem Vater, der den Rentner zur Rede stellte. Während der Auseinandersetzung versetzte der Vater dem 73-jährigen einen Schlag an der Schulter, worauf dieser ein Messer zog und seinem Nachbarn mit zwei Stichen in den Bauch lebensgefährliche Verletzungen beibrachte.

Streik bei Budapester Verkehrsbetrieb – Staus

Seit dem heutigen Dienstag null Uhr streiken die Mitarbeiter des Budapester Verkehrsbetriebes (BKV). Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag waren am Vorabend von der Unternehmensleitung als gescheitert erklärt worden, da die Forderungen den vorhandenen Finanzrahmen überschritten.

Die Metro fährt an diesem ersten Streiktag fahrplanmäßig seit Betriebsbeginn 4.30 Uhr, auch die S-Bahn zwischen Budapest und Gödöllő verkehrt. Außerdem werden 15 Bus- und 6 Straßenbahnlinien bedient, allerdings in größeren Abständen.

Die Staus in der Stadt sind nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI größer als gewöhnlich. Auf Zufahrtstraßen und in der Umgebung von Brücken steht der Verkehr. Die Polizei macht darauf aufmerksam, dass auch während des Streiks die Busspuren nicht von Privatfahrzeugen benutzt werden dürfen.

Streik kann Massenverkehr in Budapest lahmlegen

Auch wenn Montagabend Gewerkschaften und die Führung des Budapester Verkehrsunternehmens noch verhandelten – die Zeichen stehen auf Streik. Damit könnte der Dienstag der ohnehin von Verkehrsproblemen geplanten ungarischen Hauptstadt ein totales Chaos auf den Straßen bescheren.

Kommt es zu keiner Einigung über die Forderung nach drastischen Lohnerhöhungen, werden Busse, Straßenbahnen, Metro und Vorortbahn, nur sehr eingeschränkt verkehren. Einige Subunternehmer kündigten an, mehrere Buslinien betreiben zu wollen. Der Streik sollte um Mitternacht beginnen und könnte sich über mehrere Tage hinziehen.

Bei der Konfrontation zwischen Gewerkschaften und Management geht es um die Unterzeichnung eines neuen Tarufvertrages. Der Sprecher des Streikkomitees, Gábor Nemes, wirft der Unternehmensleitung vor, zu alten Angeboten zurückgekehrt zu sein, die für die Arbeitnehmer inakzeptabel seien. Sogar die von der EU geregelten Ruhezeiten würden außer Acht gelassen.

Unternehmens-Chef István Kocsis dagegen erklärte, der Verkehrsbetrieb sein während der Verhandlungen bis an die Grenze der Finanzierbarkeit gegangen. Wenn der Kollektivvertrag unterzeichnet werde, bekomme der Durchschnitts-Beschäftigte jährlich eine halbe Million Forint (rund 1870 Euro) Nettobezahlung mehr.