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Pécs entlässt Kulturhauptstadt-Chef

Die Kulturhauptstadt 2010 Pécs steht anscheinend unter keinem glücklichen Stern. Nach den Turbulenzen im Management während der vergangenen Jahre musste Hauptdirektor András Mészáros offenbar als Opfer von Grabenkämpfen jetzt seinen Hut nehmen. Die regionale Zeitung „Dunántúli Napló“ spricht auf der Titelseite von inneren Kämpfen in der Ungarischen Sozialistischen Partei (USP) in der Stadt, die im Hintergrund des plötzlichen Rauswurfs stehen sollen. Die Entlassung kam für die Öffentlichkeit unerwartet, lediglich in den letzten Tagen hatten einzelne Hinweise in den Medien darauf hingedeutet, dass der Stuhl von Mészáros wackeln könnte.

Die Entlassung wurde öffentlich mit der Absicht begründet, das Management der Kulturhauptstadt umzustrukturieren, erfuhr unsere Zeitung von Pressechefin Andrea Szász. „Auch wir haben uns gewundert“, sagte sie. Der bislang von Mészáros ausgefüllte Posten wird nicht neu besetzt, ein Geschäftsführender Direktor leitet das Management-Zentrum. Mészáros will gegen die Abgeordnetenversammlung von Pécs wegen der fristlosen Entlassung klagen.

Die Stadtführung hat Mészáros in der entscheidenden Phase der Vorbereitungen auf das Kulturhauptstadt-Jahr aus seinem Amt entfernt. Eine Vielzahl von Aufgaben ist praktisch noch ungelöst, darunter auch der Bau der Schlüsselobjekte. Erst am heutigen Freitag gab es den ersten Spatenstich für den neuen Konzertsaal, dessen rechtzeitige Fertigstellung ebenso bezweifelt wird, wie die der beiden anderen Vorhaben, des Großen Ausstellungssaales und des Wissenszentrums.