Nachgedacht: Ein Wonnemonat …

… ist der November mit Sicherheit keiner. Zahlreiche Nebelschwaden ziehen durch Wald und Flur, es ist nasskalt, der Wind pfeift um die Ecken, die Sonne hat sich in den Urlaub verabschiedet, die dunklen Stunden übernehmen das Kommando. Niemand ist von diesem Monat wirklich begeistert.



Als Übergang vom goldenen Herbst in den kalten Winter bringt der 11. Monat des Jahres alles auf die Palette, was er zu bieten hat. Und doch: wie faszinierend können die vorletzten 30 Tage im Jahr doch sein. Ein Spaziergang, warm eingepackt in dicken Stiefeln, warmer Mütze, Mantel, Schal und festen Handschuhen, wird es Ihnen zeigen, lieber Balaton-Zeitungsleser, dass auch der Vorbote des Winters wunderschön sein kann.



Etwas Geheimnisvolles verbirgt sich hinter einer Wand von dicken Nebelfetzen, was kann es bloß sein? Es ist groß, dunkel, ohne jegliche Bewegung verharrt das Unbekannte vor mir. Ich komme näher, langsam, vorsichtig, nervös, unruhig. Nun steht es vor mir, das unbekannte Ding: ein Baum, kahl, kein einziges Blatt zu sehen, mächtig und schön. Ich kann nicht erkennen, um was für eine Art Holzgewächs es sich hier handelt. Aber egal. Er ist ruhig, er schläft, er hat sich bereits in den Rhythmus des nahenden Winters begeben.

Ich streichle seine kahlen Äste, ganz behutsam, wünsche ihm einen guten Winterschlaf. Im Frühjahr komme ich wieder, werde ihn aufwecken, damit er seine Schönheit wieder entfalten kann. Darauf freue ich mich schon heute. Und bis dahin hoffe ich, noch viele solche Rätsel zu entdecken, in den Weiten rund um den schönen Balaton.

Bis bald, Ihre Eva

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