Biblische Ausstellung in Nagyvárad

Werke mit biblischen Themen der Künstler Salvador Dali, Marc Chagall und Giorgio de Chirico präsentiert das Stadthistorische Museum (Várostörténeti Múzeum) von Nagyvárad – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Die Originale aus der Sammlung der Familie Kesauri lassen eine überwältigende und surreale Traumwelt aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wiederaufleben. Zu sehen sind unter anderem eine Serie von 12 Lithographien des Marc Chagall, Illustrationen von Giorgio de Chirico zum Buch der Offenbarung des Johannes, sowie die Paternoster-Sammlung von Salvador Dali, die er für Papst Paulus VI. angefertigt hat und die zahlreiche christliche Symbole beinhaltet. Für das Museum ist dies die erste internationale Ausstellung.

Kunsthistorikerin Ramona Novicov wies darauf hin, dass die Stücke der Ausstellung mit echter Hingabe zur Religion und zum Glauben entstanden sind. „Egal, welches Werk wir anschauen, wir werden gestärkt und eine Stärkung dieser Art hat der Mensch von heute mehr als nötig.“ Zoltán Imre, stellvertretender Direktor des Museums, betonte, dass von nun an weitere bedeutende Ausstellungen organisiert werden und demnächst eine Präsentation der Werke des impressionistischen Malers Edgar Degas aus dem 20. Jahrhundert geplant ist.

Die Ausstellung erwartet ihre Gäste mit rund 100 Kunstwerken in 7 thematischen Einheiten. Die Präsentation kann bis zum 30. Januar 2019 besichtigt werden, sie wurde zuvor in Polen, Lettland und Litauen gezeigt.



Die wunderschöne Kleinstadt Nagyvárad (Oradea) liegt 13 Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt in Rumänien, am östlichen Rand der Großen Ungarischen Tiefebene, nahe der Stadt Debrecen. Sie wurde erstmals 1113 urkundlich in einem Schriftstück der Benediktinerabtei Zobor erwähnt. Neben vielen historisch bedeutenden Denkmälern, darunter die römisch-katholische Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt aus dem 18. Jahrhundert, der größte Barockbau Rumäniens, oder die sogenannte „Mondkirche“, deren mechanische Uhr die Mondphasen anzeigt, aber auch die Überreste der Sternfestung und Jugendstilpaläste, nimmt auch die Burg eine bedeutende kunsthistorische Stellung ein.

Das im Renaissance- und Barockstil gebaute Gebäude hat während seiner knapp 1000 Jahre alten Geschichte als Bischofsitz, militärische Festung und Palast vieler adligen Familien gedient. Heute ist die Burg einer der wichtigsten touristischen Zielpunkte der Stadt und beherbergt seit einigen Jahren auch das Stadthistorische Museum.

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