Rettung des Schlosshotels in Balatongyörök

Gemeinde ordnet Verbot der Nutzungsänderung an

Zur Verhinderung von Spekulationen ordnete Balatongyörök für das seit vier Jahren ungenutzte ehemalige Ferienheim der Regierung und das dazugehörige Grundstück ein Verbot der Nutzungsänderung an, informierte Bürgermeister Róbert Biró das Internetportal hirbalaton.hu.



Die Verordnung zum Schutz des Schlosshotels wurde auf der Grundlage einer Entscheidung des Gemeinderates erlassen. Gleichzeitig wandte sich der Bürgermeister an die Treuhand, um eine Lösung für die wertvolle, seit vier Jahren im Unkraut versinkende Immobilie zu finden. Seit der Schließung des Ferienheimes wurden 70-80 Millionen Forint Steuergelder allein in die Wahrung der Substanz gesteckt, währenddessen bereits die vierte Versteigerung ergebnislos geschlossen werden musste.

Róbert Biró informierte die Staatliche Treuhand in einem Brief darüber, dass seine Gemeinde auch in Zukunft weder einer Parzellierung des Grundstücks noch der Änderung des Verwendungszweckes des unter örtlichem Denkmalschutz stehenden Schlosshotels zustimmen wird. Er bittet darum, diese Tatsache bei neuerlichen Aufrufen zur Versteigerung möglichen Interessenten im Voraus mitzuteilen.

Das Schlosshotel liegt unweit des Balaton auf einem 15 Tausend Quadratmeter großen Grundstück. Es verfügt über 48 Zimmer im Hauptgebäude und 20 Bungalows. Der Ausrufungspreis für die diesjährige Versteigerung lag zu Jahresanfang bei 435 Millionen Forint und sank bis zum Herbst auf 347,8 Millionen Forint. Die Zahl der Interessenten stieg wieder an, doch keiner der Interessenten will die Immobilie als Hotel oder Ferienheim betreiben. Für die meisten kommt nur eine Parzellierung des Grundstücks und Bebauung mit Apartmentanlagen in Frage. „Es ist an der Zeit, dem Zerstückeln von wertvollen Grundstücken, der sinnlosen Bebauung und Geschäftemacherei ein Ende zu bereiten, damit die Region Balaton nicht vollends ihren Charakter verliert und austauschbar wird.“



Bei der derzeitigen Überprüfung des örtlichen Bebauungsplanes will die Selbstverwaltung von Balatongyörök klare Regeln festlegen, was und wie in Zukunft im Gürtel rund um das Schlosshotel gebaut werden darf. Schon vor Jahren hat sich die Selbstverwaltung schriftlich an alle Instanzen gewandt, dass sie – falls es keine Interessenten für den Kauf der staatlichen Immobilie gibt – bereit ist, die Betreibung der Anlage, ja sogar das Eigentumsrecht zu übernehmen. Stattdessen steht das Schlosshotel, das einst vielen Anwohnern Arbeit, dem Ort Steuereinnahmen und anderen Menschen Urlaubsmöglichkeiten bot, leer und verfällt. Dem Bürgermeister zufolge erhielt die Selbstverwaltung keine einzige Antwort auf diese Anschreiben.

Die Treuhand will das Schlosshotel unbedingt verkaufen und verschließt sich auch dem Angebot der Betreibung der Anlage durch das sich ebenfalls in staatlichen Eigentum befindlichen, benachbarten Hotels Panoráma, so Róbert Biró. „Nach dem vierten erfolglosen Versteigerungstermin sollte die Treuhand ihre Pläne nochmals überdenken und die lokalen Bedürfnisse berücksichtigen, die ja mit den Interessen der Region und des Staates übereinstimmen.“ Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Gemeinde dem Staat vor 85 Jahren das Grundstück für den Bau des Hotels kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Das Ferienheim wurde außerdem bis zu seiner Schließung gewinnbringend betrieben.

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