Ungarn: Bruttolöhne steigen im April um 9 Prozent

Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn für Vollzeitbeschäftigte in Ungarn stieg im Vergleich zum Vorjahr im April um 9,0% auf 371.131 Forint (1.150 EUR), so das Statistische Zentralamt (KSH). Die Nettolöhne stiegen im gleichen Tempo und erreichten 246.802 Forint – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Rechnet man mit einem Zwölfmonats-VPI von 3,9% im April, so stiegen die Reallöhne um 4,9%. Ohne die 101.900 Ungarn in geförderten Arbeitsprogrammen stieg der durchschnittliche Bruttolohn um 7,9% auf 381.749 Forint, während die Nettolöhne im gleichen Maße auf 253.863 Forint stiegen. Auch ohne die geförderten Arbeitnehmer stieg der durchschnittliche Bruttolohn im Unternehmenssektor, zu dem auch staatliche Unternehmen gehören, um 10,2% auf 390.243 Forint. Der Durchschnittslohn im öffentlichen Sektor stieg um 0,8% auf 364.073 Forint. Geförderte Arbeitskräfte in Vollzeit verdienten im April brutto 82.506 Forint, 0,4% weniger als im Vorjahr.

Die Datenquellen zeigen, dass der durchschnittliche monatliche Bruttolohn im Januar-April im Finanz- und Versicherungssektor mit 671.600 Forint am höchsten und im sozialen Gesundheitswesen mit 234.000 Forint am niedrigsten war. Im Januar-April stiegen die Bruttolöhne gegenüber dem Vorjahr um 10,4% auf 356.900 Forint und sie stiegen ohne die geförderten Arbeitnehmer um 9,4% auf 367.400 Forint. Ohne die geförderten Arbeitnehmer stiegen die Bruttolöhne der Unternehmen im Berichtszeitraum um 11,3% und die Löhne des öffentlichen Dienstes um 4,1%. Männer mit Vollzeitbeschäftigung verdienten im Durchschnitt des Berichtszeitraums monatlich 391.400 Forint, während Frauen 322.900 Forint verdienten. Auf Jahresbasis stiegen die Quoten um 11,3% bzw. 9,2%.



Analyst Péter Virovácz von der ING Bank sagte, der einstellige Lohnzuwachs im April sei etwas überraschend gewesen, wie er zuletzt im Januar 2017 zu beobachten war. Das langsamere Tempo der Lohnerhöhungen war sicherlich mit einem geringeren Lohnanstieg im Staatssektor verbunden. Die Löhne im privaten Sektor stiegen nach wie vor zweistellig, wobei das Tempo im Baugewerbe überdurchschnittlich und in einigen Segmenten des Dienstleistungssektors unterdurchschnittlich war. Im Jahr 2019 könnte der Lohnanstieg in der Gesamtwirtschaft durchschnittlich rund 10% betragen.

Analyst András Horváth von der Takarékbank sagte, dass die Löhne in diesem Jahr um etwas mehr als 10% steigen könnten und das Reallohnwachstum 6,5% betragen könnte, wobei die Chancen höher wären. Der Lohnanstieg im April wurde durch einen Fachkräftemangel und die Erhöhung der Mindestlöhne für diese Fachkräfte getrieben.

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