Gerettete Kunstschätze 2019

Ausstellung im Ungarischen Nationalmuseum

Rund 30 Arbeiten von 21 jungen Restauratoren werden im Ungarischen Nationalmuseum (Magyar Nemzeti Múzeum) unter dem Titel „Stein/Papier/Fresko – gerettete Kunstschätze 2019“ vorgestellt. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich die Großfresken des Museums der Bildenden Künste aus dem 14. Jahrhundert, sowie ein aus der Esterházy-Schatzkammer stammender juwelenbesetzter Pallosch, eine traditionelle ungarische Hieb- und Stichwaffe – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Bereits seit 2011 werden Jahr für Jahr die Diplomarbeiten der Absolventen des Restauratoren-Studienganges mit dem Ziel ausgestellt, der Öffentlichkeit die aufwendige Arbeit dieser oftmals unterschätzten Wissenschaft vorzustellen.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf die Vielzahl an Materialien, die von den Studenten bei ihrer Arbeit verwendet und eingesetzt wurden. Neben Stein und Papier sind das Stoffe wie Glas, Porzellan, Silber, Kalkstein, Zelluloid, Pappmaché, Stahl, Temperafarben, Knochen, Acryl, Koralle, Schmiedeeisen, Seidensamt, Holzfaserplatten und verschiedene Edelsteine.

Anna Zsámbéki, Kuratorin der Ausstellung, informierte, dass die Besucher nicht nur wunderbar restaurierte Kunstschätze, wie z.B. einen Globustisch, eine aus 129 Elementen bestehende, schmiedeeiserne Lampe oder diverse Gemälde sehen können, sie bekommen auch einen spannenden Einblick in den mühsamen Prozess des Restaurierens und in den Alltag der Restauratoren.



Sie betonte, dass die Arbeiten an Kunstschätzen nicht willkürlich ausgeführt werden, Kreativität und Ideenvielfalt sind aber in der Planungs- und Experimentierphase gefragt. Wie schon der preisgekrönte Architekt Gábor U. Nagy zu sagen pflegte: „Planung bedeutet nicht, etwas zu erfinden, sondern etwas kennenzulernen“. Dieser Gedanke hat nicht nur in der Architektur Bestand, sondern spiegelt auch die Arbeit der Restauratoren perfekt wider. „Um Konservierungs- und Restaurationsarbeiten beginnen zu können, muss man das Rad nicht neu erfinden, sondern das Kunstobjekt mit großer Verantwortung inspizieren, es kennenlernen und verstehen, den Arbeitsaufwand abwägen und ein wenig experimentieren“, hieß es.

Die Besucher werden bei jedem Ausstellungsstück die einzelnen Stationen und Arbeitsvorgänge der jungen Restauratoren nachverfolgen können. Diese werden auf Fotos oder kleineren Filmzusammenschnitten direkt an den jeweiligen Kunststücken visualisiert.

Die Ausstellung ist bis zum 1. September im Pulszky-Saal des Nationalmuseums zu sehen. Alle Informationen unter: mnm.hu

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