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EU über Anschläge auf Roma in Ungarn besorgt

Die jüngsten Mordanschläge auf Roma in Ungarn haben auch die EU auf den Plan gerufen. Der EU-Kommissar für Chancengleichheit, Vladimir Spidla (Tschechien) brachte seine tiefe Sorge über die „in Ungarn und anderen europäischen Mitgliedstaaten der EU“ in jüngster Zeit verübten Angriffe gegen die Roma-Gemeinschaft. In seiner in Brüssel veröffentlichten Erklärung vertrat er nach einem Bericht der Nachrichtenagentur MTI die Auffassung, dass „den Anzeichen nach in gewissen Mitgliedsländern die Roma Ziel organisierter rassistischer Gewalt geworden sind“. Er fügte hinzu, dass die Gewalt von „politischem Populismus, Hassreden und übertriebenen Medienkampagnen“ geschürt werde. „In einigen Fällen wurden die Roma zu Sündenböcken für breitere gesellschaftliche Probleme gemacht“, heißt es in der Erklärung.

In der Nacht zum Montag dieser Woche wurden in Tatárszentgyörgy (Komitat Pest) ein Roma-Vater und sein vierjähriger Junge kaltblütig mit einer Schrotflinte ermordet, als sie aus ihrem brennenden Haus flüchteten. Zuvor war das Feuer offenbar durch einen Molotow-Cocktail verursacht worden. Die Polizei begann erst Stunden nach dem Überfall Ermittlungen wegen Mordes. Zuvor hatte sie öffentlich erklärt, dass es sich um einen Unfall handelte. Diesem Verbrechen waren in den vergangenen Monaten zahlreiche Anschlage vorausgegangen.