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Man muss die Gäste kennen

Der Ausbau des Thermalbades in Tamási ist nötig, damit mehr Gäste kommen

„Infrastrukturelle Projekte sind die Voraussetzung, dass mehr Gäste in das Bad von Tamási kommen“ sagte János Pintér auf Nachfrage. Der 35 Jahre lang in Deutschland lebende Fremdenverkehrsunternehmer befasst sich mit dem Einreisetourismus und kam auf Einladung von Tibor Gulyás, dem Geschäftsführer der Innovációs Kht., in die Stadt. Er ist der Auffassung, das erst einmal die inländischen Touristen gewonnen werden müssen und danach sollte man mit dem ausländischen Markt liebäugeln. János Pintér organsierte zu Beginn Reisen an den Balaton und dann ab 1989 auch Gruppenreisen in die ungarischen Thermalbäder wie Hévíz, Zalakaros und Harkány. Der Unternehmer fügte hinzu, dass die Zahl der Ungarn besuchenden Deutschen leider zurückgegangen sei, obwohl das Thermalwasser vielleicht der größte Schatz Ungarns ist. Die Erfahrungen zeigen, dass die schlechte Infrastruktur viele Urlauber abschreckt, einerseits ist innerhalb der Landesgrenzen das Straßennetz nicht auf einem Niveau, das die Deutschen gewohnt sind, andererseits müssten die Bäder auch weiter ausgebaut werden. In Tamási ist beispielsweise gutes Heilwasser vorhanden, doch die alten Becken müssten erneuert werden, damit sie auch den Ansprüchen der ausländischen Gäste gerecht werden. Gute Hotels sind nicht in erster Linie nötig, denn die werden gebaut, wenn das Bad gut besucht und betrieben wird. Tibor Gulyás ist auch der Auffassung, dass der Ausbau des Bades die Entwicklung von Tamási günstig beeinflussen könnte. Deshalb lud er János Pintér in die Stadt ein, damit man später seine Beobachtungen, seine Ideen nutzen kann. Es gibt viele Fachleute und Investoren, die häufig durch Tamási kommen und nicht einmal wissen, dass es hier ein Thermalbad gibt. Das müsste geändert werden und sie müssen um ihre Meinung gebeten werden, damit das Thermalbad von Tamási in den kommenden Jahren möglichst in der richtigen Weise ausgebaut wird – fügte Tibor Gulyás hinzu. Viele Unternehmer möchten leider auch heute noch durch die ausländischen Gäste schnell zu Geld kommen – sagte Pintér János. Doch schon lange ist klar, dass das kein gangbarer Weg ist. Sein Unternehmen steht mit 400 Reisebüros ist Verbindung und konnte vor Jahren 120 Busse voller deutscher Urlauber nach Ungarn holen. Das ist heute nicht mehr so, vielleicht auch deshalb nicht, weil sich auch in Deutschland die Reisegewohnheiten stark veränderten. Die deutsche Sprache reicht nicht aus, man muss die deutschen Gäste auch verstehen. Eine winzige Kleinigkeit kann viel dazu beitragen, dass ein Tourist nach Ungarn zurückkehrt. Die deutschen Gäste essen beispielsweise keine warmen Speisen zum Abend. Im Gegensatz dazu werden in den ungarischen Hotels nur sehr selten am Abend kalte Platten angeboten. Sehr viele solcher und ähnlicher Kleinigkeiten müssten geändert werden, um erneut die Ausländer als Gäste gewinnen zu können, denn über die Qualität des Heilwassers kann man sich in Ungarn wirklich nicht beklagen – meint János Pintér.