Ungarn: Grenzen geschlossen, Öffnungszeiten verkürzt, Veranstaltungen verboten

Ministerpräsident Orbán hat weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie bekanntgegeben. „Unsere einzige Chance in diesem Kampf besteht darin, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, betonte er in einer Sitzung des Parlamentes.



Am 16. März wurden deshalb die Grenzen für den Personenverkehr dicht gemacht, nur ungarische Staatsbürger dürfen ins Land einreisen. Das gilt seit 17. März auch für den internationalen Flughafen „Liszt Ferenc“ in Budapest. Die Ausreise ist sowohl ungarischen als auch ausländischen Fluggästen gestattet, allerdings werden immer wieder Flüge gestrichen. Aktuelle Informationen gibt es unter bud.hu.

Im Land gelten nun für Restaurants, Cafés, behördliche Einrichtungen, Banken und Geschäfte verkürzte Öffnungszeiten bis 15 Uhr, Ausnahmen bilden lediglich Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien. An Postämtern, Apotheken, Drogerien, Kundenbüros und ähnlichen Einrichtungen kann man vor dem Haupteingang längere Warteschlangen sehen, weil nur jeweils so viele Kunden eingelassen werden, wie Schalter geöffnet sind und Angestellte für die Bedienung bereitstehen.

Clubs, Bars und Kinos wurden geschlossen, Veranstaltungen verboten. Der Besuch von Kultureinrichtungen ist ebenfalls nicht erlaubt. Sportveranstaltungen dürfen nur – wenn die Organisatoren zustimmen – hinter verschlossenen Toren durchgeführt werden. „Es wäre am besten, dies nicht zu tun“, sagte der Ministerpräsident. Behörden sind angewiesen, alle denkbaren und möglichen Angelegenheiten elektronisch und die Übergabe von Dokumenten per Postsendung durchzuführen.

Zu den besonders gefährdeten Personen zählen ältere Menschen über 70. Sie wurden von der Regierung aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Gleichzeitig damit wurden die lokalen Behörden angewiesen, auf die älteren Einwohner zu achten, bei deren Versorgung behilflich zu sein und sie zu betreuen. Der Ministerpräsident forderte alle Einwohner des Landes auf, Zusammenkünfte und Programme möglichst zu vermeiden oder zu verschieben.