Kriminalität in der Coronavirus-Krise

Betrüger schrecken vor nichts zurück, selbst in Notsituationen sind sie nicht zu bremsen. Angesichts der Ängste vieler Bürger blühen manche sogar regelrecht auf. Sie verfassen Phishing-Mails, um anderen zu schaden und Fake News, um sich wichtig zu machen. Besonders dreiste Betrüger treten auch persönlich auf und erleichtern arglose Mitbürger um ihr Geld, warnt police.hu.



In Siófok versuchte eine Frau einem Bäckermeister einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu verkaufen. Sie gab sich als Mitarbeiterin des Amtsarztdienstes ÁNTSZ von Pécs aus und forderte den Mann zum Schutz seiner Mitarbeiter auf, mehrere Millionen Forint für 100 Coronavirus-Impfstoffampullen und Desinfektionsmittel für die Betriebsräume auf das genannte Konto zu überweisen, um das Schließen des Bäckereibetriebes zu verhindern. Der Firmenchef überwies den geforderten Betrag nicht, zeichnete den Telefonanruf auf und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die mutmaßliche Täterin wurde kurze Zeit später ermittelt, festgenommen und in der Polizeidirektion Siófok verhört. Die 36-jährige Zsuzsa L. kam danach in Untersuchungshaft, teilte die Bezirkspolizeidirektion Somogy mit.

Ein weiterer Vorfall erboste den Bürgermeister von Siófok. Die Selbstverwaltung hatte auf dem Fő tér ein Informationszelt für die Bürger eingerichtet. Von dort gingen im Rathaus Beschwerden ein, dass das für alle Besucher aufgestellte Desinfektionsmittel nahezu täglich gestohlen wird, schreibt das Internetportal hirbalaton.hu. Selbst ein daneben aufgestelltes Schild konnte die Diebe nicht davon abhalten, die Flakons zu stehlen. Auf seiner Facebook-Seite machte sich Bürgermeister Róbert Lengyel Luft und forderte die Diebe auf, sich zutiefst zu schämen. Sie seien eine Schande für die ganze Gemeinschaft.

Noch schlimmer aber sind jene Betrüger, die in den letzten Tagen versucht haben, die Einwohner in ihren eigenen vier Wänden abzuzocken, schreibt police.hu am 23. März. Unter Ausnutzung der Gesundheitskrise und der Ängste der Menschen geben sie vor, von behördlichen Einrichtungen kommend, das Eigentum der Haus/Wohnungsbesitzer desinfizieren oder einen Virus-Test machen zu müssen. Sie versuchen Schutzmasken zu verkaufen oder bieten älteren Menschen sonstige Dienstleistungen an, warnt die Polizei. „Mit Vorsicht und gesundem Misstrauen können Sie verhindern, dass Sie getäuscht werden.

Beachten Sie:

– Derzeit gibt es noch keinen Schnelltest für den Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus und ein solcher ist daher weder in medizinischen Fachgeschäften noch telefonisch oder persönlich erhältlich.

– Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen medizinische Geräte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Epidemie angeboten werden oder wenn man in diesem Zusammenhang Ihre persönlichen Daten anfordert (z. B. im Auftrag von Kommunen oder Hausärzten). Legal tätige Gesundheitsorganisationen kontaktieren die Bürger, Unternehmen oder Organisationen nie auf diese Weise.

– Achten Sie aufeinander, behalten Sie das tägliche Leben Ihrer älteren Nachbarn im Auge und helfen Sie, wenn nötig. Bitten Sie gegebenenfalls das Bürgermeisteramt um Hilfe.

– Lassen Sie niemand, vor allem keine Fremden oder „Freunde der Enkel“ in die Wohnung, ins Haus oder in den Garten. Damit vereiteln Sie nicht nur Betrügereien, sondern verhindern auch die Ausbreitung der Virus-Krankheit.

– Wenn Sie das Gefühl haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, informieren Sie sofort die Polizei unter der gebührenfreien Notrufnummer 112.