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Ratgeber Garten – August 2009 – Vergessene Gemüse

Vergessene Gemüse, der Schattengarten, Wildpflanzen im Jahreslauf, Blütenteppiche, Krankheiten und Schädlinge, Gärtnern nach dem Mond im August

Vergessene Gemüse

Erdbeerspinat

Sie haben richtig gelesen! Die essbaren roten Früchte des Erdbeerspinats ähneln Walderdbeeren, daher der Name. Wie Spinat gekocht werden aber die Blätter. Nur: Die Ernte der kleinen Blätter ist mühsam, kein Wunder, dass Spinat die Pflanze verdrängt hat. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Es ist die Mühe wert.

Die anspruchslose Pflanze wird ab April ins Freiland gesät. Wenn Sie nicht alles aufessen: Erdbeerspinat ist ausgesprochen dekorativ und passt auch in den Ziergarten.

Spargelerbse

Die Königin der Schoten: ein Hauch von Spargel zeichnet dieses einzigartige Gemüse mit feinem Geschmack aus. Ernten Sie die jungen, zarten Hülsen vor der Ausbildung der harten Samen. Kochen oder dünsten, beim Servieren etwas geschmolzene Butter dazu. Passt als Beilage zu (fast) allen Gerichten! Vorsicht mit Gewürzen: diese stören den delikaten Eigengeschmack. Säen Sie im späten Frühjahr direkt ins Freiland. Bei trockener Witterung ist regelmäßiges Gießen wichtig.

Zuckerwurzel

Ein ideales Wintergemüse ist die Zuckerwurz oder Süßwurzel. Sie ist nährstoffreich, schmeckt süßlich und ist leicht verdaulich. Gedünstet und mit Zitronensaft, Salz oder Pfeffer gewürzt, passt dieses Gemüse besonders gut zu Fleisch. Bereiten Sie den Boden gut vor: tiefgründig lockern und Kompost zugeben. Säen Sie im August oder Oktober, Erntezeit ist von Herbst bis ins Frühjahr. Einmal im Garten, sät sich die robuste Pflanze leicht von alleine aus.

Knollenziest

Ein Kulinarisches Multitalent aus Japan: die Knolle schmeckt nach einer Mischung aus Blumenkohl, Artischocke und Schwarzwurzeln. Erst Anfang des 19. Jh. kam sie nach Westeuropa und begeisterte zunächst die Franzosen. Aus unseren Gärten ist der Knollenziest weitgehend verschwunden. Legen Sie die Knollen im Frühjahr je zu zweit in einem Reihenabstand von 40 cm in den Boden: Aus einer einzigen Knolle können Sie Hunderte ernten. Sie sind bis acht Zentimeter groß und zylindrisch geformt, eingeschnürt und gekrümmt. Hier müssen Sie zur Wurzelbürste greifen! Verwenden und zubereiten können Sie die Wunderknolle wie Kohlrabi.

Der Schattengarten

Schattige Bereiche gelten zu Unrecht als Problemzonen im Garten. Ein Blick in die Natur belehrt uns aber eines besseren: Hier gedeihen im Schatten der Waldränder und Bäume zahlreiche attraktive Pflanzen, die den Sonnenanbetern im Garten in Nichts nachstehen.

Punkten letztere vielleicht mit großen und farbenfrohen Blüten, zeichnen sich Schatten liebende Pflanze durch eine Fülle an Blattformen und -farben aus. Was bei der Gestaltung von Schattenbereichen zu beachten ist und welche Pflanzen sich eignen, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.

Probleme und Lösungen

Unter Bäumen stehen Pflanzen in direkter Konkurrenz mit den Wurzeln. Außerdem gelangt durch dichte Baumkronen nur wenig Wasser in diesen Bereich. Die Bepflanzung gestaltet sich daher oft eher schwierig. Hier können Sie zu trockene Böden mittels einer Bewässerungsanlage oder mit Sickerschläuchen feucht halten.

Hinter Mauern und in anderen überwiegend schattigen Bereichen kann die Luft meist nicht ausreichend zirkulieren. Hier hilft bisweilen ein Rückschnitt von Sträuchern oder Bäumen. Auch erwärmt sich der Boden hier viel langsamer als in der Umgebung, da weniger Sonnenlicht zu ihm vordringt. Dies bewirkt, dass die Blätter der Pflanzen nur schwer abtrocknen und dadurch häufiger von Pilzerkrankungen befallen werden als anderswo.

Zu nasse Böden und solche die nicht abtrocknen können, können Sie durch das Einarbeiten von Sand durchlässiger und luftiger machen. Am besten eignet sich hierfür Quarzsand mit der Körnung 0,5 mm bis 2 mm. Arbeiten Sie diesen je nach Zustand des Bodens bis zu 20 cm tief ein.

Schattenpflanzen mit besonderen Blättern

Die schön gelappten Blätter des Frauenmantels sehen besonders im Morgentau interessant aus. Die Blattunterseiten sind seidenhaarig und silberglänzend. Der Boden sollte idealerweise frisch-feucht sein. Stimmen alle Voraussetzungen, sorgt der Frauenmantel vom Frühjahr bis in den Herbst für dekorative Akzente im Schatten und Halbschatten.

Frisch und farnähnlich sind die Blätter des Lerchensporns. Er benötigt durchlässige, humusreiche Erde und gedeiht problemlos im Halbschatten. Es gibt unter den vielen Lerchenspron-Arten auch etliche Frühlingsblüher. Manche gehören zu den am längsten blühenden Stauden überhaupt.Ein attraktiver Hingucker ist das mit feinen, silbrigen Tupfen versehene Laub des Lungenkrauts. Die länglichen Blätter wirken schon aus weiter Entfernung hell und beleben schattige Situationen.

Wildpflanzen im Jahreslauf

Mit zu den schönsten Wildpflanzen für den Frühling gehören die Frühlingsplatterbse mit ihrem berückenden Farbspiel von Blau bis Pink; das goldgelbe Schöllkraut, die zartblaue Himmelsleiter, die Akelei, die rosa Waldlichtnelke, die grüngelbe mandelblättrige Wolfsmilch, das sattblaue Lungenkraut, die lichtgelbe Waldschlüsselblume und das elegante Salomonssiegel.

Im Sommer erscheinen der üppige und unübersehbare Waldgeißbart, der dunkle Storchschnabel, die weiße Ährige Rapunzel, die attraktive Bergflockenblume, das leuchtend gelbe Pfennigkraut und der wuchernde Waldziest.

Im Herbst blühen die hübsche Sterndolde, der aufstrebende Odermennig, die Wiesenraute, die nesselblättrige Glockenblume, das leuchtende Waldhabichtskraut, der zierliche Hasenlattich und die Wald-Engelwurz.

Dichte Blütenteppiche

Bodendecker für schattige Lagen haben gleich mehrere Vorteile. Sie eignen sich besonders für mehr oder weniger große Schattenflächen, die möglichst sich selbst überlassen bleiben sollen. Wurde der Boden vor der Bepflanzung gründlich von Wurzelunkräutern wie Giersch, Quecke oder Winde befreit, werden Sie nur noch wenig Arbeit mit ihnen haben. Bis sich die Pflanzendecke geschlossen hat, können Sie die Lücken mit Rindenmulch bedecken.

Stimmt der Standort, wachsen die Pflänzchen innerhalb von zwei bis drei Jahren zu einer geschlossenen Pflanzendecke zusammen. Danach ist in der Regel nicht mehr viel zu tun. Sie pflegen sich gewissermaßen selber, da unter dem geschlossenen Blätterdach keine Konkurrenz aufkommt und auch die Erdkrume feuchter, feinkrümeliger und wärmer bleibt als in der Umgebung. Empfehlenswerte Flächendecker zum Verwildern sind Beinwell, Elfenblume, Goldnessel, Günsel, Immergrün, Maiglöckchen, Scharbockskraut, Waldanemone und die anspruchslose Waldsteinie.

Krankheiten und Schädlinge

Schwülwarme Sommertage begünstigen leider die Ausbreitung zahlreicher Schädlinge und Pflanzenerkrankungen. Auch wenn der endlose Kampf gegen die Plagegeister schier aussichtslos scheint, es besteht kein Grund, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen. Das Zauberwort heißt Vielfalt. Je mehr unterschiedliche Pflanzen in ihrem Garten gedeihen, umso mehr nützliche Organismen werden sich einstellen, die Ihnen einen Großteil der Arbeit abnehmen. Dazu bedarf es zwar besonders am Anfang etwas Zeit und einer gewissen Beharrlichkeit, aber es lohnt sich. Was Sie sonst noch beachten sollten, lesen Sie in den folgenden Artikeln.

Gärtnern nach dem Mond im August

Fruchttage: 2, 3, 4, 12, 13, 20, 21, 29, 30. An Fruchttagen im zunehmenden Mond ist das Säen, Pflanzen und Ernten von fruchttragenden Pflanzen besonders begünstigt. Bei abnehmendem Mond Schnittarbeiten. Wurzeltage: 5, 6, 14, 15, 22, 23, 24, 31. Die Wurzeltage sind besonders günstig zur Aussaat, Pflanzung und Pflege von Wurzel- und Knollengemüse. Blütentage: 7, 8, 16, 17, 25, 26. Blütentage wirken sich positiv auf Pflegearbeiten und Aussaat von Blumen und Blütenpflanzen, sowie Heil- und Küchenkräutern bei denen die Blüten Verwendung finden aus.Blatttage: 1, 9, 10, 11, 18, 19, 27, 28. An Blatttagen sollten Salate, Blattgemüse und Kräuter bei denen das Blattwerk Verwendung findet gesät und gepflanzt werden.

Stammtisch in Kehida

Jeden Freitag ab 18 Uhr findet in Kehida, gegenüber des Thermalbades, im gemütlichen Restaurant „Mediterran Ételbàr“ der Stammtisch für Garten,- und Naturfreunde statt. Walter Schneider wird im Sommer 2009 ab 19.00 Uhr anwesend sein und gerne mit Tipps und Ratschlägen zur Verfügung stehen. Der Stammtisch ist unverbindlich und die Küche vorzüglich.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Öffnungszeiten im Hofladen: Montag – Dienstag – Donnerstag – Freitag von 9 – 18 Uhr, Mittwoch, Samstag und Sonntag nur nach telefonischer Absprache: 06 (30) 914-2456.

Natürlich steht Ihnen Öko-Gärtner Walter Schneider für alle Fragen zu Permakultur, Bio Anbau, Tomaten und Paprika persönlich, telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
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