Online-Steuererklärungssystem gilt ab sofort für alle Unternehmen in Ungarn

Die Regierung hat ihr Online-Steuerabrechnungssystem ausgebaut und damit eine neue Ära der Steuererklärungen und der Bemühungen zur Aufhellung der Wirtschaft eingeläutet, sagte ein Beamter des Finanzministeriums in einem Interview mit der Nachrichtenagentur MTI.



Ab dem 1. Juli 2020 werde die Online-Rechnungsstellung die Grundlage für Mehrwertsteuer-Rückerstattungen durch das Finanzamt bilden und im Kampf gegen die Schattenwirtschaft helfen, sagte der Staatssekretär für Steuern, Norbert Izer. Die Erweiterung des Echtzeit-Online-Rechnungssystems sei von „enormer Bedeutung“, da die Möglichkeit der Steuerhinterziehung, selbst durch Kleinstunternehmen, auf ein Minimum reduziert werden könne, sagte er.

Schätzungen zeigen, dass durch die Online-Datenübermittlung in einem einzigen Jahr 200-250 Milliarden Forint (560-700 Mio. EUR) an Einnahmen hinzugekommen sind, sagte er und fügte hinzu, dass durch die Erweiterung des Systems weitere Dutzende Milliarden Forint hinzukommen könnten. Die Steuerbehörde NAV wird die Nichteinhaltung bis zum 30. September 2020 nicht bestrafen, wenn sich Unternehmen, die dem System in der Zwischenzeit beitreten, beim NAV anmelden, bevor sie ihre erste Rechnung ausstellen.

Die Zahl der Personen, die sich registrieren lassen, sei um rund 30% gestiegen, sagte er. Bis zum 29. Juni 2020 hätten sich bereits mehr als 711.000 Personen registriert. Izer sagte, selbst im internationalen Vergleich sei Ungarns Online-Steuersystem „vorbildlich“ und helfe, den Mehrwertsteuerbetrug einzudämmen und die Unternehmen zur Digitalisierung zu ermutigen. Außerdem werde das NAV nach dem Online-Empfang der Daten einen Entwurf der Mehrwertsteuererklärung für inländische Unternehmen erstellen, fügte er hinzu.