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Greenpeace-Kampagne gegen Klimawandel

Ungarn laut UNO-Bericht besonders betroffen

Budapest (MTI) Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Donnerstag mit einer Aktion auf der Budapester Kettenbrücke auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam gemacht.

Acht gelb gekleidete Greenpeace-Aktivisten seilten sich von der Kettenbrücke ab und hielten in Richtung Parlament ein 120 Quadratmeter grosses Transparent mit der Inschrift „Klima-Alarm! Grüne Energie!“. Gleichzeitig kreiste ein Greenpeace-Boot auf der Donau und von einem Fahrzeug am Flussufer aus spielte die Organisation regelmässig Sirenenalarm ab.

Greenpeace-Sprecherin Szabina Mozes sagte gegenüber MTI, die Aktion solle Premierminister Ferenc Gyurcsany ermutigen, bei einem EU-Energiegipfel nächste Woche in Brüssel strikte Massnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen. Miklos Persanyi, Minister für Umweltschutz und Wassermanagement, sagte gegenüber den Medien, der Premierminister werde den Vorschlag der Europäischen Kommission für Klimaschutz am EU-Gipfel vom 7. bis 8. März unterstützen.

Die Polizei schloss die Brücke nach 11 Uhr und die Feuerwehr kam mit Kranen. Die Polizei wird laut einem Statement aus dem Budapester Hauptquartier vom Donnerstagnachmittag wegen der Kampagne auf der Kettenbrücke gegen 21 Aktivisten ein Verfahren einleiten. Gegen 14 Aktivisten, die sich ans Geländer der Brücke angekettet hatten, lautet die Klage ordnungswidriges Verhalten. Den 7 Aktivisten, die sich von der Brücke abgeseilt hatten, wirft die Polizei vor, den Wasserverkehr gefährdet zu haben. Zu den Aktivisten gehören Ungaren, Slovaken, Rumänen, Deutsche und Österreicher.

Am Mittwoch hatte Umweltminister Persanyi bei einer Konferenz in Budapest erklärt, die Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel seien für Ungarn laut Messungen 1,5 mal grösser als in andern Ländern. Im Zentrum der Konferenz stand ein Bericht zu Klimawandel von einer UNO-Gruppe von Naturwissenschaftern, laut dem Ungarn in Bezug auf Biodiversität eines der am stärksten bedrohten Länder ist. Diana Urge-Vorsatz, Mitglied des UNO-Forschungsteams und Professorin an der Central European University in Budapest, hob die Bedeutung der Studie für Ungarn hervor. So kündige sie für Ungarn mehr Niederschlag im Winter, mehr Überschwemmungen und Hitzewellen an, so Urge-Vorsatz.

Laut dem UNO-Bericht ist kaum eine Region in Ungarn nicht von einem Rückgang der Biodiversität, wilder Pflanzenarten und einheimischer Tiere betroffen. „Belgien ist in Europa das einzige Land und Südafrika weltweit, das mehr bedroht ist als Ungarn“, so Urge-Vorsatz.

Der 120-seitige Bericht nennt als Lösungswege Verbesserungen bei der Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Veränderungen im Landgebrauch. So könne die Erhöhung von Waldgebieten für Ungarn eine Weg sein, mit dem Klimawandel fertig zu werden.