Antrag abgelehnt: Spiel des DHB-Teams soll stattfinden

Das Debüt des neuen Handball-Bundestrainers Alfred Gislason kann wohl stattfinden. Der europäische Verband lehnt einen Antrag Bosnien-Herzegowinas auf Verlegung des EM-Qualifikationsspiels ab. Dennoch bleiben Fragezeichen.

Trotz mehrerer Corona-Fälle beim Gegner soll das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Handballer gegen Bosnien-Herzegowina wie geplant stattfinden.

Die Europäische Handball-Föderation (EHF) lehnte einen Antrag der Bosnier auf eine Verlegung der Partie am 5. November (16.15 Uhr/ZDF) ab. Die EHF habe keine «formale Basis» für den Antrag der Bosnier gesehen, teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit. Damit wird der neue Bundestrainer Alfred Gislason wohl sein Debüt geben können.

«Bei uns sind alle Testergebnisse negativ, in Bosnien ist das nicht so», hatte DHB-Sportvorstand Axel Kromer aktuell in einer Video-Pressekonferenz gesagt. Aufgrund mehrerer Corona-Fälle hatten die Bosnier eine Verlegung des Spiels beantragt, «weil sie keine schlagkräftige Truppe beisammen haben», wie Kromer sagte. Dennoch entschied sich die EHF gegen eine Absage, wohl auch, weil der ohnehin schon enge Terminkalender im Handball schon jetzt erheblich unter Druck gerät.

Die Bosnier müssen damit trotz eines mutmaßlichen Rumpfkaders die Reise nach Düsseldorf antreten. Auch der deutschen Mannschaft werden aufgrund der zweiten Pandemie-Welle einige Spieler fehlen. Unter anderem verzichteten die Auslandsprofis Andreas Wolff (KS Kielce) und Christian Dissinger (Vardar Skopje) aufgrund mehrerer Corona-Fälle im Umfeld ihrer Vereine auf eine Teilnahme am Lehrgang. Dissinger war sogar bereits nach Deutschland gereist – trat jedoch kurz nach seiner Ankunft wieder die Heimreise nach Nordmazedonien an.

«Generell haben wir ein wohleres Gefühl, dass wir jetzt ausschließlich einen Kader haben, der aus Spielern der Handball-Bundesliga besteht», sagte Kromer. Alle deutschen Profis waren unmittelbar nach ihrer Anreise getestet worden, alle Tests fielen negativ aus. Auch die Bosnier sollen nach der Ankunft getestet werden, sie werden laut DHB am 4. November in Düsseldorf erwartet.

«Aktuell haben wir noch sieben spielfähige Spieler. Seit Samstag sind noch zweitere Corona-Fälle dazugekommen», hatte der bosnische Keeper Benjamin Buric noch am Montag der dänisch-deutschen Zeitung «Flensborg Avis» gesagt. «So wollen wir nicht gegen Deutschland spielen.» Auch der deutsche Nationaltorwart Johannes Bitter geht wie seine Teamkollegen in der DHB-Auswahl nicht sorgenfrei in die Partie.

«Wir wissen ganz genau, dass durch diese Zusammenkünfte der vielen Nationalmannschaften sehr viele Länder zusammenkommen», sagte der 38-Jährige. «Jetzt ist es so, dass wir relativ viel reisen diese Woche, und jeder weiß, dass das Reisen das Risiko nicht gerade minimiert.» Nach der Partie in Düsseldorf bestreitet die deutsche Mannschaft auf dem Weg zur EM 2022 am Sonntag ein weiteres Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland.

Zuvor waren bereits mehrere EM-Qualifikationsspiele durch die EHF verlegt worden. Wann und ob die Partien überhaupt nachgeholt werden, steht noch nicht fest. «Wir haben einen unglaublich großen Termindruck im Wettkampfkalender, der im Handball ohnehin sehr groß ist, aber dieses Jahr besonders, auch durch den verspäteten Saisonstart», sagte Kromer. Umso erleichterter war der 43-Jährige, dass zumindest das Spiel der DHB-Auswahl stattfinden soll.

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