Kriegsgebiet Berg-Karabach meldet Dutzende tote Soldaten

Seit Wochen dauern die schweren Gefechte um Berg-Karabach an. Nun ist die Zahl der getöteten Soldaten weiter gestiegen. Zugleich herrscht Ungewissheit, welche Waffen bei den Kämpfen überhaupt zum Einsatz kommen.

Die Südkaukasusregion Berg-Karabach hat bei den anhaltenden Kämpfen mit Aserbaidschan nach eigener Darstellung erneut Dutzende Soldaten verloren.

Die Zahl der Getöteten stieg um 44 auf 1221, wie die Behörden der umkämpften Region am Montag mitteilten. Die Führung in Berg-Karabach warf Aserbaidschan vor, weiter die Hauptstadt Stepanakert massiv unter Beschuss zu nehmen – auch mit verbotener Streumunition.

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium in Baku wies die Vorwürfe zurück. Baku macht wegen der Zensurbestimmungen während des Kriegszustands keine Angaben zu Verlusten bei den Streitkräften.

Weiter unklar war die Lage um die strategische wichtige Stadt Schuscha. Aserbaidschan hatte am Sonntag erklärt, die Stadt zurückerobert zu haben. Armenien wies dies als Falschmeldung zurück. Schuscha gilt als Schlüsselstadt, die Behörden in Berg-Karabach hatten selbst mitgeteilt, dass ihr Verlust am Ende auch eine Niederlage im Kampf um die ganze Region bedeuten würde.

Die schweren Gefechte um Berg-Karabach dauern seit dem 27. September an. Aserbaidschan verlor in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan kann sich in dem Konflikt auf seinen «Bruderstaat» Türkei berufen. Russland wiederum ist Schutzmacht Armeniens.

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