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Weitere Tote nach Schlamm-Katastrophe in Ungarn

Die Zahl der Toten infolge der Schlammflut nahe der Aluminiumfabrik bei Ajka (Komitat Veszprém) hat sich auf sieben erhöht. Am Freitagnachmittag wurde in der von rotem Schlamm bedeckten Region ein weiterer Toter gefunden, teilte ein Sprecher am Ort der Katastrophe mit. Der Mann ist einer von drei Menschen, die noch vermisst werden.

Spezialkräfte suchen seit Montag, als sich rund eine Million Kubikmeter ätzender Schlamm über die Region ergoss, nach Vermissten. Mehrfach inspizierten sie dabei einen Bach, der mit rotem Schlamm gefüllt ist, und leerten einen Fischteich, jedoch ohne Erfolg. Am Freitagmorgen war ein 81-jähriger Mann im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen.

Unterdessen kontrollieren Experten kontinuierlich die Qualität der vom Schlamm verschmutzten Gewässer. Die Versorgung mit Leitungswasser sei weder im Raum Ajka, noch in den Siedlungen entlang der Donau gefährdet, hieß es. In den besonders von der Katastrophe betroffenen Orten Kolontár und Devecser laufen Vorbereitungen, den Staub, der beim Trocknen der Schlammmassen frei würde, mit Calciumchlorid zu binden.

Eine Sprecherin der Budapester Wasserwerke nannte es unwahrscheinlich, dass die Verschmutzung bis zum Donauabschnitt der Hauptstadt vordringt. Den Messungen zufolge ist bei dem ins Wasser geratenen basischen Stoffen inzwischen eine wesentliche Verdünnung zu beobachten. Alle zwei Stunden werden Proben aus der Donau entnommen, die einen pH-Wert von durchschnittlich 7,5 bis 8 aufweisen und deren Gehalt an Schwermetallen ebenfalls untersucht wird. Fachleute sind nach Aussage der Sprecherin der Auffassung, dass die Verschmutzung von Ajka die Trinkwasserversorgung weder in Budapest noch in den Siedlungen an der oberen Donau gefährdet.

Wie am Freitag durch Luftaufnahmen bekannt wurde, gab es am Deich des betroffenen Speichersystems von Ajka bereits im Juni eine Schwachstelle. In den Havariekanälen neben dem Speicher sei an mehreren Stellen roter Schlamm zu sehen, der auf ein Heraussickern hindeute. In der Wand des Speichers seien auch Risse festgestellt worden, Messungen vor Ort hätten jedoch Befürchtungen nicht bestätigt. Die Firma, die die Luftaufnahmen angefertigt hatte, sah dann von weiteren Prüfungen ab, da sie darüber informiert wurde, dass die Speicher regelmäßig kontrolliert würden.